Chalice

Chalice
chalice (hmp)

31.12.25

Gebet zum neuen Jahr

"Geleite, HERR,
geleite DEINE Kirche -

geleite DEINE Kirche
durch diese kalte Zeit -

in dieser kalten Zeit
lass DEINER Kirche, HERR,

lass DEINER Kirche
Heilung widerfahren;

Heilung schenke, HERR und GOTT,
der Braut DEINES Sohnes;

Christi, DEINES Sohnes, Braut -
mit Anbeginn des neuen Jahres -

sei Anbeginn einer neuen Zeit.
HERR: mach uns heil;

amen."

30.12.25

HERR, gib mir Kraft

Mein HERR und mein GOTT, ich vertraue DEINER Weisheit und Güte; ich weiß, dass es DEIN Wille ist, dass mir - wie jedem weiteren DEINER Kinder - Heil und Segen widerfahre. Ich vertraue auf die Wahrheit dieser Einsicht, selbst dort, wo ich nicht begreifen kann...

DEIN Wille, HERR, ist, dass ich bin und dass ich hier bin, wohin DU mich berufen hast. Der Welt Bedrängnisse, tiefer Kummer: ich nehme sie an; trage sie in der Gewissheit, dass DU mir die Kraft dazu geben wirst.

Bitte, HERR himmlischer Vater, gib mir denn auch immerzu die dafür nötige Kraft, schenke mir die Tugend der Beharrlichkeit. Bitte, HERR Heiliger Geist, wandle mich.

"Wir haben den Heiligen Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht."

Mach mich also schweigend staunen und staunend schweigen - dem Kinde gleich -, vor allem dann, wenn alles in mir klagt, entmutigt verzagen will; amen.

29.12.25

frei von Besitz

Es ist wahr: Besitz besetzt. Von vielerlei Dingen umgeben fällt das für DICH Da-Sein, das einzig DIR Leben schwer. Fortwährend beanspruchen die Gegenstände unsere Aufmerksamkeit, ziehen sie ab von der stillen Betrachtung und Anbetung DEINER. Besitzlos indessen verbleibt der Geist gesammelt: in DIR.

"Bei Gott allein wird ruhig meine Seele, von ihm kommt mir Rettung." (Ps 62,2)

DU allein weißt, wessen ich bedarf; immer gibst DU "zur rechten Zeit" (Ps 145,15). So fliehen hin Besitzenwollen wie Bedürfnis.

das Heilige vor die Hunde

Das Kind schweigt, wenn es staunt. Das Lamm schweigt angesichts seiner Scherer (vgl. Jes 53,7). Die Größe GOTTES offenbart sich im "sanften, leisen Säuseln" (1 Kön 19, 12). GOTT tritt in die Welt, indem ER sich als Säugling gebären lässt. Jesus Christus lebt inmitten der Welt, im Tabernakel einer jeden römisch-katholischen Kirche. ER gibt sich preis bei jeder Ausspendung der Heiligen Kommunion.

Immer wieder zeigt sich, wie wirkmächtig Stille, Schweigen, das Unscheinbare, Ohnmächtige sind. Dabei wird die Welt zunehmend lauter. Unsere Gottesdienste werden entweiht: da rennen Kinder unentwegt in der Kirche umher; zu spät erschienene Erwachsene mitten hinein in die Worte des Hochgebets; da gehen die 'Gläubigen' Kaugummi kauend zum Altar, um die Hostie zu empfangen; da liegt am Boden vor dem Tabernakel der Leib Christi - dem Ziborium entfallen, weil allzu achtlos auf- und abgeschlossen wird. Abgeschlossen in mehrfacher Wortbedeutung.

Und darf man es ansprechen? Nein; denn die Verantwortlichen rümpfen die Nase, schimpfen mich "exaltiert", überheblich gar.

Ja, es erregt mich; und GOTT helfe mir, dass dem immerfort so bleibe! Gleichwohl kann ich nichts tun, als im Schweigen, im Dulden mich zu üben. Denn DU bist der eigentlich Leidtragende, ich nur eine Wahrnehmende. Oh, wie sehr tut es weh, DICH so achtlos, gleichgültig, so bar jeder Ehrfurcht, jeder Anbetung zu erleben!

"Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor,
denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen!" (Mt 7,6)

Genauso ist es, nur dass es sich nicht um "unsere Perlen" handelt, sondern um DICH, HERR und GOTT, der "mit Füßen zertreten" wird.

Hat sich denn gar nichts geändert seit Golgotha?

23.12.25

das Kind schweigt : ob der Größe GOTTES

GOTT will Mensch werden. GOTT ist Mensch geworden. GOTT ist Kind geworden!

Und wir? Wir erleben die Wirk-lichkeit und Tiefe der Weihnacht, wenn auch wir es zulassen, Kind zu werden.

Das naheliegende, womöglich einzig authentische Ausleben dieses Kindseins ist schweigendes Staunen. Wer wird wie "die Kinder" (vgl. Mt 18,3), der vermag zu schweigen angesichts der Größe GOTTES. Wer immerzu erklärend reden und sein Bescheidwissen bekanntmachen will, der lebt entzaubert.

 
HERR, schenke mir die Gnade,
die Heilige Nacht
und DEINES Sohnes Geburt
zu feiern wie ein Kind.

20.12.25

Heimat (- losigkeit)

Heimat: Mancher findet sie im Verstrichenen. Gedenken, stetig wiederholtes Aufwärmen dessen, was (vermeintlich) erinnert, meistens aber - zum Guten wie zum Üblen hin - verklärt wird.

Mancher findet sie in Zukünftigem, zumindest darin, was für das Kommende erhofft und erträumt wird.

Mancher sagt, sie sei nur dort, wo man das Gegenwärtige aktiv nutze, also handle.

Für uns, die wir uns auf Jesus Christus berufen, SEINEN Namen tragen, kann Heimat nur in der Heimatlosigkeit bestehen. Das immerfort unterwegs Sein hält uns heimatlos an allen Orten. Auch in unseren gedanklichen Welten bleiben wir Gast.

So finden wir Heimat nur in einem, in DIR, HERR und GOTT; unsere Heimatlosigkeit endet, wo wir in DIR sind und DU in uns.

1.12.25

Freud und Leid

Freude wird uns geschenkt: Wir nehmen sie an, geradezu 'hin'. Oftmals ohne Wertschätzung, in mangelhafter Dankbarkeit: Wer hinterfragt das eigene Wohlsein und Wohlfühlen? Freude ist sich selbst Zweck und Sinn gebend. Dem geht kaum jemand auf den Grund, zweifelt womöglich die Rechtmäßigkeit des Geschenks an.

Leiden / Schmerz hingegen vermögen wir erst dann anzunehmen - ein Hinnehmen erübrigt sich -, sobald und indem wir ihm einen weiter reichenden Sinn zusprechen. Alles in uns sperrt sich zunächst gegen diese Erfahrung.

Und doch sind es diese Letzteren, die uns mit DIR in innigste Verbindung bringen. Leiden und dabei DICH leiden sehen; Schmerz ertragen, zugleich um DEINE übergroßen Schmerzen wissen: das lindert die eigene Not, macht Herzen und Geist weit, um dankbar zu werden für das Geschenk des Ungemachs.

30.11.25

Gebet ist keine Leistung

Leistungsdenken, kausale Logik, Erwartungshaltung stehen auf der einen, das Gebet hingegen auf der - weit entfernt liegenden - anderen Seite. Sie sollten unvermengt, voneinander unbeeinflusst bleiben. Höchstens, dass die mit der Zeit an Innigkeit wachsende Gebetshaltung einstmals dazu führe, dass eine Ausrichtung auf Leistung, das Streben nach 'Besser-und-Mehr', abgebaut werden. Letzteres ist mit authentischer Gebetshaltung unvereinbar. Es kommt indessen schnell dazu:

Jemand trägt mir seine Gebetsbitten an, die ich aufnehme, um fortan stellvertretend, jenen unterstützend zu beten. Tags darauf, oder nur eine kurze Weile später, erhalte ich die Rückmeldung: "Dein Gebet hat gewirkt; alles trat wie gewünscht ein!"

Das weise ich entschieden von mir! Ich bitte unseren himmlischen Vater stets darum, dass ER die mir anvertrauten Personen segnen, ihnen SEINE Gnade schenken möge; niemals um konkrete Einzelheiten, die zu tun seien, die ER bewirken solle. Hüten wir uns davor, unseren Vater zum Erfüller unserer persönlichen, menschlichen Wünsche zu degradieren! Wird GOTT auf etwas der menschlichen Erwartung Entsprechendes reduziert, heißt das IHN zum Götzen zu machen. Wohl kann es eintreten, dass SEIN Wille sich mit dem deckt, was konkret vom Bittsteller gewünscht wurde. Es ist immerhin möglich. Genauso aber auch dessen Gegenteil. Bedeutet eine nicht eingetretene konkret formulierte Bitte, dass GOTT SEINE Liebe vorenthält? Mitnichten! Heil für SEIN Kind könnte auch gerade darin liegen, dass diese bestimmte Situation nicht zum 'Guten sich wendet', sondern dem Betroffenen eine Bewährungsprobe geschenkt werden soll. 

Mir aber birgt diese Rückmeldung über das Eintreten des Ersehnten einige Gefahr: Hochmut, Eitelkeit, ein "Wenn-dann"-Denken; regelrechter Leistungsdruck: 'Es gibt dieses Bild von mir, das erwartungsvollste Vertrauen: kommt es nun nicht zum Gewünschten - hält mich der Bittsteller dann für unzuverlässig?'

Beten wir mit- und füreinander, doch hüten wir uns davor, dem anderen zuviel 'Einflusskraft' zu unterstellen.

28.11.25

Ohnmacht ist Heilsgeschehen

Wer sich als ohnmächtig erlebt, kann dieses häufig nicht als Heilserfahrung annehmen, weil er glaubt, was 'die Welt' ihm deklariert: Nur der Mächtige zählt, ferner derjenige, welcher nachweis- und greifbare Leistung erbringt. Misslingt ihm solche, gilt er für nichts. Ausdruck der Ablehnung seitens 'der Welt' sind Kälte, Härte, Erniedrigung, Gewalt... So wächst das Gefühl der Ohnmacht, bei gleichzeitiger Abnahme des Muts zum Leben.

Doch dieselbe Schwachheit ist ein Geschenk!

Sie stellt uns an DEINE Seite, HERR Jesus Christus, in ihr erfahren wir DICH als den uns zur Seite Stehenden: "Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist." (Lk 19,10) Kann es aber eine größere Verlorenheit geben als die Erfahrung von Ohnmacht? Eine größere Armut denn das Fehlen von Macht? "Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich!" (Mt 5,3) 

Wer ablässt vom Wunsch, Macht zu besitzen, Recht zu behalten, dem sprichst DU, HERR Jesus Christus, versichernd zu: "Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein." (Lk 23,43)


21.11.25

über/von sich selbst sprechen

Das eigene Wissen dartun,
das Präsentieren der eigenen Meinung,
das unbedingte Redenmüssen:
es ist dem Hören abträglich,
läuft dem Lieben zuwider,
trennt uns von unserem Nächsten
und von GOTT.
 
Auch das ist Nachfolge:
schweigen über das nur persönlich Betreffende.

Wo hast DU, HERR Jesus Christus,
wo hast DU je über DICH,
den wahren Menschen gesprochen?

Immer verwiesest DU auf GOTT,
auf DEINEN und unseren Vater im Himmel.

Oder DU sprachst von DIR,
offenbartest damit den wahren GOTT.

*

"Wenn einer hinter mir hergehen will,
verleugne er sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich
und folge mir nach." (Lk 9,23)

Wir dürfen DIR folgen,
schweigend, staunend.

17.11.25

die Menschwerdung GOTTES

Mit jedem Tag vermehrt mein Staunen sich: Werden wir jemals in letztgültiger Tiefe die Bedeutung der Menschwerdung ermessen können?

Die von jeder Generation neu aufgeworfene Diskussion der Théodicée, die Frage nach GOTTES Allmacht und Güte trotz respektive angesichts der Gegenteiliges bezeugenden Erscheinungen: Brutalität, Leiden, Verzweiflung, Elend... Mir ist, als biete Jesus Christus den unanfechtbaren Beweis für des himmlischen Vaters Allmacht, SEINE Güte; weil und indem ER sich selbst bietet.

Zum einen lohnt sich ein Hinblicken auf die Gleichzeitigkeit von Jesu Verkündigung: "Das Reich Gottes ist mitten unter euch." (Lk 17,21b) und von SEINEM Wissen, ja offenen Mitteilen, dass ER "in die Hände sündiger Menschen ausgeliefert" (Lk 24,7) werden und sterben müsse. Sollte GOTTES Allmacht, SEIN realiter bestehendes Reich in irgendeiner Weise dadurch infrage gestellt oder beeinträchtigt sein, dass SEINE Schöpfung, der Mensch, grausam um sein Leben, ja zu Tode gebracht wird, so ließe ER es niemals zu einem Sterben Jesu - SEINES geliebten, "auserwählten Sohnes" (vgl. Lk 9,35) immerhin - kommen! Genauso wenig wie zu einer Enthauptung Johannes des Täufers, denn über diesen heißt es: "Das Kind [...] wurde stark im Geist." (Lk 1,80)

Für Jesus steht die von Menschen verübte Grausamkeit in keinem Widerspruch zu des Vaters Allmacht und Güte; ER kann weiterhin verkündigen, dass unseres himmlischen Vaters Reich "nahe", ja "mitten unter uns" ist. Wenn es zu Festnahme, Golgotha und Kreuzigung kommt, dann weil GOTT es so will ("Dein Wille soll geschehen"; Lk 22,42). Michnichten will GOTT Jesu Leiden, als Selbstzweck! Es muss um etwas Höheres gehen, was sich durch die Auferstehung Jesu hernach auch bestätigt. Nein, nicht das Leiden war Ziel des Wollens GOTTES, SEIN Wille übersteigt schlichtweg unser menschliches Verstehen. Wäre es anders, wo bliebe der Wesensunterschied zwischen menschlichem und göttlichem Erkennen? Doch worin besteht nun GOTTES Güte?

Sie ist in und durch Jesus Christus!

ER widersetzt sich nicht. ER antwortet den (vermeintlich) Mächtigen SEINER Zeit mit Ohnmacht. Indem also GOTT die Ohn-Macht wählt, bezeugt ER SEINE Güte.

Nun kann man entgegnen: 'Meinetwegen mag dies stimmen; all das kann ich annehmen und glauben. Doch es betrifft mich nicht direkt. Was bringen mir all die theologischen Betrachtungen über anno dazumal? Das Leiden am Verlust meines an Krebs erkrankten Kindes, meiner durch den Unfall ums Leben gekommenen Angehörigen; das Leiden an meiner eigenen Gebrechlichkeit und ungerechten Lage: Wo ist darin die Güte eines allmächtigen Gottes zu finden?'

Fürwahr, ein gewichtiger Einwand! Allerdings solange nur, als der Mensch sich des Erfahrens von Jesu Gegenwärtigsein verschließt: ER ist ja heute genauso lebendig, unter, zwischen und mit uns, wie ER um das Jahr 30 lebendig, unter, zwischen und mit SEINEN Jüngern war.

Denn ER ist auferstanden und lebt. Ebenso wird es uns, sowie allen Menschen gehen, die "aus dem  Wasser und dem Geist" (Joh 3,5) wiedergeboren sind: Wir werden auferstehen und leben.

Jesus Christus zieht das Dienen dem Herrschen vor; die Demut der Selbstüberhebung; die absolute Hingabe, Ohnmacht der Monarchenherrlichkeit und -gewaltausübung.

Die gewählte Ohnmacht GOTTES setzt die vermeinte Macht des Bösen, des Todes, des Nichts außer Kraft. Damit aber ist das Faktum, dass GOTT Mensch werden wollte, damit ist Jesus Christus greif- und erlebbares Zeugnis für GOTTES Güte. GOTT, der Mensch werden will, der Mensch wurde, gibt sich in Ohn-Macht preis, liebt SEINE Feinde bis zur Selbsthingabe, in größter Sanftmut, Milde, Vergebung.

11.11.25

sehnen - suchen - staunen

HERR,
mach mich sehnend:
öffne mein Herz für DEINE Gegenwart;

HERR,
mach mich suchend,
indem DU meine Sinne öffnest
für DEIN Walten, DEIN Wirken
in allem, was ist;

HERR,
mach mich staunend:
weite meinen Verstand
für die Wahrheit,
dass es Größeres gibt,
das Unfassbare.

HERR,
lehre mich:
Sehnsucht, Suchen, Staunen,
auf dass ich
DICH zu schauen erlerne.

4.11.25

Zeugnis DEINER Herrlichkeit - 2

Schweigen und dulden statt Selbstverteidigung; beten für die uns Verfolgenden; alle uns übel Mitspielenden lieben. Das ist DEIN Fordern, DEIN Wunsch.
DU erhörtest mein Gebet für ..., der mich so lange durch sein Handeln quälte.
DEINE Gnade wirkt, bewirkt: täglich in hundert Einzelheiten.

Beim Friedensgruß drängtest DU, HERR Heiliger Geist, mich meinem Bruder zu. DU hattest ihn in die Heilige Messe gerufen, ihn - unweit meiner - in dieselbe Bank sich setzen lassen. Ein Annähern ward in jeder Weise erleichtert, desgleichen das Hände und Herzen Öffnen, um ihm DEINEN Frieden zu wünschen.

Auch das seine hattest DU geweitet, so dass er sprechen konnte: "Kannst Du mir noch einmal vergeben?" Ihn umarmend durfte ich antworten: "Siebzigmal sieben Mal!" (Mt 18,22)

Dem kurzen Gespräch nach der Heiligen Messe folgte ein Auseinandergehen in Frieden.

DU, HERR, schenkst Gnade in Fülle. Täglich durch hundert Einzelheiten.

Gebet um Weisung / Führung

HERR,
ich vertraue DIR;
ich vertraue darauf,
dass DU mein Bestes willst
und es bewirkst;

ich sage Ja! zu allem,
was DU in mir,
für und durch mich
vollbringen willst.

HERR,
ich bitte um DEINE Weisung
und Führung:

hilf mir, dass ich ein liebender Mensch werde;

hilf mir, dass ich meinen Nächsten Stütze bin,
wenn sie einer solchen bedürfen;

leite mich in meiner Funktion als
Schwester / Bruder /
Mutter / Vater /
Patin / Pate /
Lehrer/in / ...

HERR,
tu es heute,
jeden Augenblick dieses Tages;

und sei mir nahe,
rufe mich zurück zu DIR,
wenn ich irregehe;

amen.

3.11.25

Zeugnis DEINER Herrlichkeit

'DU sollst Richter sein!', so bitte ich täglich. Und DU übernimmst dieses Amt mit Freuden, besser als je ein Mensch es könnte...

Da war nun ein junger Übermütiger, dem es zu gefallen schien, mich zu demütigen. Entgegenkommen, Herzlichkeit - alles prallte an ihm ab, ward mit Ablehnung, Kälte und Hochnäsigkeit beantwortet. Wie groß war die Versuchung, mich zu verteidigen, ihn zur Rede zu stellen, Selbstbehauptung zu wagen!

Dank DEINER Hilfe, oh Heiliger Geist, vermochte ich, ihr zu widerstehen; zu schweigen, zu dulden, auf DEIN Wirken zu vertrauen.

Oh, welch' süßer Lohn!

DU hast des Jungen Herz bewegt, bewirktest, dass er begann, in mir seine Schwester zu sehen: weder Feind noch Konkurrenz; stattdessen jemanden, dem auf gleicher Höhe zu begegnen ist.

Denn vor wenigen Tagen beantwortete er mein ungemindert herzliches "Willkommen!" mit einem Lächeln. Später erneut angesprochen war seine Reaktion nicht länger eisiges Schweigen, sondern freundliches Plaudern.

Dank sei DIR, mein HERR und mein GOTT.

28.10.25

das schönste Gebet am Morgen

HERR, ich glaube an Dich!

*

DU bist hier.
Und weil DU hier bist,
jetzt,
und bis in Ewigkeit;
weil DU regierst,
uns führst,
leitest
und liebst,
braucht es keinen Ärger,
keine Schwere,
keinen Verdruss:

DU hast alles überwunden
und besiegt.

Das schönste Gebet,
um den neuen Tag zu beginnen:

Jesus, ich glaube an DICH.
Danke, HERR,
dass DU bei mir bist!

24.10.25

L(e)icht leben

light

Im Englischen steht ein und dasselbe Wort für
Licht und leicht.

*

In großer Leichtigkeit begreift das "Licht der Welt" (Joh 8,12),
unser HERR Jesus Christus,
das Dasein.

Selbstverständlich voller Leichtigkeit:
denn das Himmelreich ist mitten unter uns (vgl. Lk 17,21b),
das Reich GOTTES ist bereits angebrochen (vgl. Lk 11,20).

Sobald uns diese Wahrheit wirklich erfüllt und trägt,
atmen wir Frohsinn, Heiterkeit, tiefe Freude -
tragen sie auch in die Welt unserer direkten Umgebung.

Mit Ernsthaftigkeit im Glauben wachsen,
den Glauben leben und vertreten wollen
ist gut und billig.
Es schließt indessen weder Leichtigkeit noch Humor aus;
ganz im Gegenteil!

Wir sollen ja "arglos wie die Tauben sein" (Mt 10,16)
uns weder fürchten noch sorgen (Mt 10,31 uwm),
stattdessen das Reich GOTTES annehmen, "wie die Kinder" (Mt 18,3).

Welch schwunggebende Kraft aus dem Leben erwächst,
sobald es freudvoll im Bewusstsein der Frohbotschaft geführt wird!

21.10.25

im Herzen bewegen

Wir leben in einer Zeit, da jeder Mensch vermeint, genau Bescheid zu wissen. Beim Zuhören der Aussagen meiner Nächsten gewinne ich den Eindruck, es gäbe kein zu Ergründendes mehr, nichts, demgegenüber man sprachlos, das des Staunens wert wäre. Ein/e jede/r weiß, nach eigenem Ermessen, absolut zutreffend Auskunft zu geben über das Dasein, das Weltgeschehen, sogar darüber, was das Beste für den Gesprächspartner sei.

Jesus Christus warnte bekanntlich schon SEINE Jünger: "Viele falsche Propheten werden auftreten und sie werden viele irreführen." (Mt 24,11; par Mk 13,5 ff.) Die Warnung trifft heute so gut wie seinerzeit.

Vier Jahre lang waren mir - so unaufgefordert wie unerwünscht - Briefe und Emails gesandt worden, von einem oberflächlich bekannten Menschen, der sich irrtumslos hielt in seinen Rat-Schlägen, was ich zu tun, ferner zu unterlassen hätte. Für jede Lebenslage hatte er eine Belehrung parat, formulierte diese unmissverständlich in Imperativen. Mein mehrmals entgegnetes "Bitte nicht!" prallte ungehört an ihm ab. Filterregeln blieben erfolglos: Eine neue Emailadresse war bald generiert, so dass sein Alter Ego die Aufklärungsarbeit fortsetzen, sie überdies mit Beleidigungen, Schimpf- und Schmähreden verschiedener Couleur garnieren konnte. Es war ihm unerträglich, dass ich mich seiner Einflussnahme entzog.

Viel zu lange suchte ich, dessen Verhalten zu verstehen; prüfte, ob seine Vorwürfe gar begründet wären, erwog, ob ich möglicherweise nur überempfindlich auf die Wortwahl reagierte; betete ohne Unterlass für das Seelenheil dieses Glaubensbruders aus der eigenen Gemeinde.

Allein, der innere Frieden blieb größtenteils gestört. Insbesondere wenn die nächste Belehrung: "Du musst...!; Tu dies...!; Lass das bleiben...!" im Postfach einging, war wieder eine Weile lang die Tiefe meines Meditierens unterminiert.

Schließlich aber lenkte der Heilige Geist meine Betrachtung auf Lukas 2, Verse 50, 51b & 19: "Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte. [...] Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen. & Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen."

Was sich meinem rationalen Verständnis entzieht, bleibt als unaufgelöste Schwere in meinem Innern. Allzu nahe liegt das wiederholt einsetzende "Warum?". Es zieht mich vom Gebet meines Herzens ab, versklavt mich. Die Folge sind Voreingenommenheit, Abhängigkeit von Launen; Befangen-, somit Blindheit für die Hilferufe meiner Nächsten.

Erst indem ich alles, was mir unverständlich bleibt, sowie alle Menschen, die mich ungerecht behandeln, in mein Herz aufnehme, vermag ich vom Drang, 'Erklärung zu finden', vom Bedürfnis, das eigene Recht vertreten zu haben abzulassen. Ich trage sie in meinem Herzen, worinnen - darauf vertraue ich fest - GOTT wohnt; nunmehr bin ich frei vom Erwehren dieser Belästigungen, frei für den hingebungsvollen Dienst. Die Störenfriede werden mir erneut zu Nächsten; hinwiederum kann ich zu einer solchen ihnen werden.

Dem inflationären Bescheidwissen meiner Umgebung begegne ich seitdem mit Gelassenheit. Dank sei GOTT, unserem HERRN.

*

Die Beschreibung der Umstände in solcher Ausführlichkeit geschah, weil ich hoffe, dass diese Anregung hilfreich sei, Euch Geschwistern-im-HERRN, die Ihr womöglich ähnliche Belästigungen zu ertragen habt. Vor übelgesinnten Menschen ist niemand gefeit, es gibt ihrer leider allerorten.

Indem man ihnen sein Herz öffnet, anstatt sie und ihr Handeln verstehen zu wollen; indem man diesen - die gleichfalls Leib Christi sind - also mit Liebe begegnet, wird es ein Leichtes, die durch sie erfahrene Belästigung zu leiden. Wer will es wissen? Am Ende sind sie von GOTT gesandte Bewährungsprobe, 'Einübung ins Vergeben-Können', wie ich es andernorts zu nennen pflegte. Fürbitte gerade für solche Störenfriede ist überaus wichtig!

Sehr wahrscheinlich unterschätzen sie unseres HERRN und Erlösers Warnung: "Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde! [...] wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt!" (Mt 18,6.7b)
Dass sie Ärgernis sind, liegt auf der Hand, denn: Wer ohne Unterlass beten und sein Herz GOTT hinhalten möchte, jedoch unverschuldet Zielscheibe kontinuierlicher Anfeindung, verbaler Angriffe ist, dessen Meditation und Lobpreis sind unterbrochen, da er ins Grübeln gerät. Ferner wird er durch den steten Tropfen auf ihn gegossenen Gifts anfällig für die Machenschaften des Versuchers, der just darauf wartet, sich auf ein geschwächtes Opfer stürzen zu können. Das zerriebene, vergiftete "Kleine" fällt allzu bald dem Zorn anheim, sein Herz gerät zur Mördergrube... Wir Menschenkinder sind schwacher Natur!

Verantwortung für einen solchen Verlauf trägt der Schmähredende. Daher Jesu Warnung. Daher auch die Notwendigkeit der Fürbitte - denn unseres himmlischen Vaters Wunsch ist, die ganze Schöpfung zur Vollendung zu führen; somit auch diejenigen, die Ärgernis verursachen.

das einzige Geschenk

DIR, HERR und GOTT, können wir nur eines geben: unsere Treue.

16.10.25

Gebet statt Zerreden

Betend anerkennen wir unsere Bedürftigkeit von DIR:
wo jedes Sprechen mit Menschen versiegt,
weil Sprache an ihre Grenzen geraten ist,
bleibt doch immer das Rufen zu DIR.

Noch in tiefstem Schweigen,
Ausdruck innigsten Sehnens,
bleibt der Dialog mit DIR lebendig,
ist möglicherweise nun erst wahrhaftig und lauter.

*

So auch zuzeiten erlittener Schmerzen:
Man reißt die Wunden auf, wo immer und immer neu
über das erlebte Übel gesprochen wird.

Besser ist es, von Maria zu lernen,
die alles in ihrem Herzen bewahrt und erwägt (vgl. Lk 2,19.51b).

Am besten ist, von Jesus Christus selbst zu lernen,
dem geopferten Lamm, das duldsam schweigt
(vgl. Mk 15,5; Mt 27,12; Lk 23,9; Jes 53,7).

*

Wer absieht von Jammern und Zerreden,
trägt sein Kreuz bewusst;
er erfährt sich direkt mit Jesus Christus verbunden.

Auch weil er so keine Gefahr läuft,
sich selbst Gerechtigkeit zu verschaffen:
indem er sich erklärt, sich rechtfertigt,
sich auf die Wirkkraft seines eigenen Handelns verlässt.

Schweigend erträgt er das ihm Gegebene,
hält vertrauensvoll seine Lage GOTT hin,
der richten wird, die Lebenden und die Toten.

GOTT ist nahe durch und in SEINEM Wort

"Doch du bist nahe, HERR,
und alle deine Gebote sind Treue." (Ps 119,151)

*

Ja, DU bist nahe : allzeit gegenwärtig.
DEINE Treue lässt uns leben.

DU selbst lebst DEINE Gebote,
so können auch wir - in Treue -
DEINEN Geboten folgen.

*

"Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte,
ein Licht für meine Pfade." (V. 105)

DEIN Wort, HERR, ist Fleisch geworden: Jesus Christus.
Und dieses Wort sagt uns:
"Geht euren Weg, solange ihr das Licht habt,
damit euch nicht die Finsternis überrascht." (Joh 12,35b);

sowie:
"Ich bin als Licht in die Welt gekommen,
damit jeder, der an mich glaubt,
nicht in der Finsternis bleibt." (V. 46);

schließlich:
"Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt,
wird nicht in der Finsternis umhergehen,
sondern wird das Licht des Lebens haben." (Joh 8,12)

*

DEIN Wort, HERR,
durch die Offenbarung, die Heiligen Schriften,
durch die Nachfolge dessen, der das Wort ist,
bleibt Licht, Weisung und Wahrheit für all unsere Pfade.

Gelobt sei DEIN Heiliger Name in Ewigkeit!

15.10.25

trotz erfahrenen Übels: der Trost ist das Gebet, GOTTES Treue

"Die Stricke der Frevler umfingen mich,
doch ich vergaß nicht deine Weisung."

"Stolze beschmutzten mich mit Lüge,
ich aber bewahre mit ganzem Herzen deine Befehle."

"Ich bin wie ein Schlauch, der im Rauch hängt,
doch deine Gesetze habe ich nicht vergessen."

"Frevler lauern mir auf, um mich zu vernichten,
doch in deine Zeugnisse habe ich Einsicht."

"Mein Leben ist stets in Gefahr,
doch deine Weisung habe ich nicht vergessen."

"Gering bin ich und verachtet,
doch deine Befehle habe ich nicht vergessen."

"Bedrängnis und Drangsal haben mich getroffen,
doch deine Gebote sind mein Ergötzen."

"HERR, ich habe Verlangen nach der Rettung durch dich,
und deine Weisung ist mein Ergötzen."

(Ps 119, 61.69.83.95.109.141.143.174)

14.10.25

der Schwermut keinen Raum geben

Uns gilt, die wir uns Christen nennen,
Kinder des höchsten GOTTES, oberste Pflicht,
gegen jedwede Form der Lamorjanz anzukämpfen!

"Seid nüchtern, seid wachsam!
Euer Widersacher, der Teufel,
geht wie ein brüllender Löwe umher
und sucht, wen er verschlingen kann.
Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!" (1 Petr 5,8 f.)

Der Teufel, er hüllt sich gern in das Gewand der Schwermut.
Diese gaukelt uns vor, der gegenwärtig empfundene Schmerz sei von Dauer.
Doch vergeht ein jeder Schmerz, alles Leiden ist endlich!
Am Ende wartet verlässlich die Auflösung des Unheils, gerät die Auferstehung in Sicht.
Das Vorübergehende flößt keine Ängste ein - es bleibt ja "Windhauch"!
Nur dort, wo wir sorgen, ein Unwohlsein könnte dauerhaft bestehen bleiben,
nur dort finden Angst, Verzweiflung Halt.

Es heißt daher, dem Widersacher mutig entgegenzutreten!
Woher den Antrieb dafür nehmen?

Zum Beispiel aus den Seligpreisungen:

"Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden." (Mt 5,4)

Warum stiftet das Mut?
Weil es Jesu Versprechen,
Versprechen GOTTES
an uns ist.

Erinnern wir uns immer neu daran,
"nüchtern und wachsam",
dass es sich um eine frohe Botschaft handelt,
die uns mit den Schriften übergeben worden ist!

Sind wir Trauernde, so seien wir es beherzt,
darauf vertrauend, dass uns einst Trost werde;
in der Geborgenheit uns wissend,
dass das Reich GOTTES bereits zu uns gekommen ist (vgl. Mk 1,15).

Vergeben bei Indifferenz

"Und vergib' uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern..." :

Ach, wie ungenügend bleibt alles Beten,
so lange wir nicht vergeben können!

Doch wie vergibt man dem Menschen,
der weder stiehlt, noch Gewalt ausübt,
der einfach nur gleichgültig ist und bleibt?
Diese Gefühlsarmut ist ja kein eigentliches Übelwollen;
dieses setzte schließlich voraus, dass ein Gegenüber anerkannt würde,
der überlistet, bestohlen, geschädigt werden soll.

Wo aber Indifferenz wider den Anderen herrscht,
ein Gegenüber nicht wahrgenommen wird,
sondern nur der Wunsch besteht,
selbst wahrgenommen zu sein,
dort kann kaum von absichtsvollem Bösetun gesprochen werden.

Gleichwohl werden Schmerz und Leiden erzeugt -
in demjenigen, der sich als zurückgesetzt, nicht wahrgenommen erfährt.
Wie nun vergibt er?

*

Ein Trost gilt auch hier:

"Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister." (Mt 10,25)

Keinmal ist die Rede davon, dass die Jünger sich Jesus nahten,
IHN nach SEINEM Befinden zu befragen.
Im Gegenteil: Wo ER sie explizit um Wachbleiben bittet,
fallen sie - IHN im Stich lassend - in Schlummer (vgl. Mt 26,38).

Es ist menschlich, keiner von uns ist ausgenommen.
Es könnte, es wird jedem geschehen.

Das kann uns wieder etwas demütiger werden lassen,
kann dabei helfen, das selbst verfertigte Bild
der eigenen Treue / Hingabe etc. zu korrigieren.

Und so dürfen wir beten:

HERR, hilf mir, meine Sünden klarer zu sehen;
eindeutig zu erkennen, wo ich in Unwissenheit lebe,
wann gegen DEINEN Willen handle,
wo ich mich selbst überhebe und damit DEINER Gnade entziehe!

10.10.25

täglicher Rosenkranz für den Frieden in der Welt

Unser heiliger Vater, Papst Leo, rief am 8. Oktober alle Gläubigen dazu auf,
täglich einen Rosenkranz mit der Intention Frieden in der Welt zu beten.

Vereinen wir uns im Gebet!

Papa Leone, 8 Ottobre 2025, Piazza St Pietro
Papa Leone, 8 Ottobre, Piazza San Pietro


2.10.25

Mk 16,16

Alles beginnt, weil und indem DU,
GOTT Vater,
uns liebst.

DU nennst uns bei unserem Namen,
rufst den DEINEN über uns aus.

Fortan dürfen wir uns gläubig zu DIR bekennen,
Ja sagen zu allem,
was DU, Heiliger Geist,
als Gottgewolltes uns eingibst.

Wir dürfen im Glauben wachsen,
bisweilen an ihm irre werden,
wieder getröstet zurückfinden
in Hoffnung und Liebe.

Und weil DU,
Jesus Christus,
Sohn des lebendigen GOTTES,
uns taufst,
des Alten Sterben, des Neugeschaffenen Geburt schenkst,
sind wir erlöst.

Warum nur, warum
entschlafen-erschlaffen wir so leicht
dem wachen Gespanntsein,
in welches das Begreifen dieser Gnade uns versetzt?

Ärger ist überflüssig - dem Jünger wie seinem Meister

Es ist etwas in uns, das streiten will.

Für das Evangelium einzutreten,
zu streiten, zu kämpfen,
es scheint uns rechtens zu sein.

Stimmt das wirklich?

Streit ist keine "Frucht des [Heiligen] Geistes" (Gal 5,22).
Diese sind:

"Liebe, Freude, Friede, Langmut,
Freundlichkeit, Güte, Treue,
Sanftmut und Enthaltsamkeit." (V. 22&23)

Der Wunsch, dass Allen zuteil werde,
was wir selbst als Heil erfahren,
ist mitunter so brennend, dass wir ganz verbissen werden,
um es zu erwirken.

Verbissenheit aber wird von Ärger begleitet.

Halten wir uns darum stets gegenwärtig:

"Der Jünger muss sich damit begnügen,
dass es ihm geht wie seinem Meister,
und der Sklave, dass es ihm geht
wie seinem Herrn.
Wenn man schon den Herrn des Hauses Beelzebul nennt,
dann erst recht seine Hausgenossen." (Mt 10,25)

Jesus Christus, unser HERR,
war verkannt,
SEINE Liebe abgewiesen worden.

Und wir jammern, dass man verkennt,
worauf wir zeigen, was wir bezeugen und verkündigen?

*

Nein, sondern:
Wer diesen Trost in seinem Herzen verankert,
der wandert mit lastenbefreiten Schultern weiter:

"Denn mein Joch ist sanft
und meine Last ist leicht." (Mt 11,30)

1.10.25

GOTTES Name über uns

"Kamen Worte von Dir, so verschlang ich sie;
dein Wort war mir Glück und Herzensfreude;
denn dein Name ist über mir ausgerufen,
HERR, Gott der Heere."

"Fanden sich Worte von Dir, so verschlang ich sie;
dein Wort wurde mir zum Glück und zur Freude meines Herzens;
denn dein Name ist über mir ausgerufen,
HERR, Gott der Heerscharen."

(Jer 15,16; EÜ 1979, 2016)

*

Kein Übel kann uns treffen!
Besinnen wir uns doch:

"Fürchte dich nicht, du kleine Herde!
Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben." (Lk 12,32)

Der Name GOTTES ist über uns ausgerufen,
ist ein Schild vor lebensvernichtendem Harm.

Christus, der Gesalbte, salbt uns.

Fürwahr, kein Sorgen um unser Heil ist nötig,
solange wir nur bei DIR bleiben,
und DU in uns.

DU sprichst

Während alles schweigt,

sprichst Du,

HERR und GOTT.

30.9.25

die Nahestehenden geringachten

"Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter,
Frau und Kinder, Brüder und Schwestern,
ja sogar sein Leben gering achtet,
dann kann er nicht mein Jünger sein." (Lk 14,26)

Jesus Christus benennt es als einen Mangel an Fähigkeit,
ein Nicht-Können.

GOTT spricht jeden einzeln an, ruft in die ganz persönliche Nachfolge.
Auch Vater, Mutter, Geschwister, Ehepartner, oder die besten Freunde:
ein/e jede/r hat seinen/ihren ganz persönlichen,
ihn/sie allein meinenden Ruf empfangen.
Was sie daraus machen, ist - ebenso wie Dir und mir -
in völliger Freiheit ihnen allein anheimgestellt.

Will nun ein Mensch ernsthaft Christus nachfolgen,
findet sich aber in eine Familie hineingeboren,
in einer Umgebung wieder,
die weniger oder gar nichts damit zu schaffen haben will,
ist der Zwiespalt täglicher Begleiter.
Zwiespalt, da er seine Familie liebt,
keinen Bruch mit den Freunden möchte.
Gleichwohl spürt und weiß er mit anwachsender Tiefe:

"Jesus Christus ist der HERR;
ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben."

So wird das Leben innerhalb der Familie zur ersten Glaubensprüfung.

Insofern beide Seiten einander stets mit Liebe und Achtung begegnen,
kann ein so gestaltetes Miteinander größtenteils konfliktlos,
frei von Zerwürfnis bestehen bleiben.

Doch Glaube und Nachfolge sind veränderliche Größen.

Wer es ernst meint, erfährt: Je tiefer der Einstieg ins Evangelium,
desto unnachgiebiger das eigene Sehnen nach GOTTES Nähe.
Das aber entfernt zugleich von demjenigen Sehnen, wie es 'die Welt' spürt.
Wer das Schmerzhafte dieser Trennung von Familie / Freunden fühlt,
sie aber mit Konzessionen / Höflichkeiten zu überwinden sucht,
der kann tatsächlich kein Jünger Jesu Christi sein.

*

Ein Beispiel:
Dem Evangelium folgend verzichtet ein Mensch auf Besitz,
Anhaftung an Güter und weltliche Gelüste.
Seine Familie aber möchte schillernde Feste feiern.
Der Jünger Jesu wird seine Teilnahme verweigern,
wird stattdessen lieber beten, die Schrift studieren,
oder in irgendeiner Weise Dienst am bedürftigen Nächsten verrichten.

Beide Seiten nehmen ihr Recht zur freien Wahl wahr,
beide Seiten trafen ihre Entscheidung;
keine darf der anderen die ihre vorwerfen!

Gleichzeitig ist dadurch ein zumindest physisches Miteinander unterbunden.
Der Jünger Jesu hat seine Familie und das Mit-ihr-Sein
geringer geachtet als das, wozu ihn GOTTES Wort aufrief.
Er bleibt mit Jesus verbunden, in SEINER Nachfolge.

*

Es gibt eine weitere, tiefere Ebene:

Jesus Christus sagt:
"Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat,
bei seinen Verwandten und in seiner Familie." (Mk 6,4)

ER "konnte dort keine Machttat tun" (V.5);
Jesu Nachbarn erinnerten IHN unmündig,
aberkannten jegliche Kraft und Weisheit.
Statt SEINER -
"Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören." (Mk 9,7b) -
sahen sie das Bild, das sie sich gemacht hatten,
woran sie festhielten.

Uns geht es ebenso (dem Jünger wie seinem Meister; vgl. Mt 10,25):
Egal, wohin wir uns entwickelt haben mögen,
in unseren Heimatkreisen werden wir
'das alberne Kind', 'der störrische Halbstarke',
'der verträumt-unvernünftige Backfisch' bleiben.

Sobald wir diesen auf uns projizierten Bildern begegnen
und ihnen antworten, indem wir die zugewiesene Rolle spielen -
was allzu leicht geschieht! -,
sobald wir selbst an das Bild glauben,
zu welchem die Anderen uns zurecht-erinnert haben,
achten wir neben den realiter lebendigen Personen
auch diese verschiedenen unserer Persönlichkeiten zu hoch.

Ein anderer Mensch definiert uns,
wir reagieren darauf -
suchen entweder uns davon abzusetzen,
oder der Definition zu entsprechen - :
Schon jagen wir einem Bilde nach, dienen einem Götzen.

Das beinhaltet alle Vor-Stellungen,
die die Eigenliebe entwirft:
Ich, die immer Starke;
Ich, der allzeit Liebenswerte;
Ich, die unbedingt Treue;
Ich, der 100%ig Zuverlässige
usf.

Gut ist es, danach zu streben diese Tugenden zu erlangen;
doch nehme man bitte davon Abstand, sich für deren Apotheose zu erklären!

Zuviel Vertrauen auf diese eigenen Vorzüge,
seien sie tatsächlich wahr,
lenkt den Blick von Jesus Christus ab,
beschneidet uns der Fähigkeit,
SEINE Jünger zu sein.

*

Freilich bleibt bei all dem Jesu Gebot bestehen:
"dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe" (Joh 15,12).

Das Gering(er)-Achten darf keine Ausrede sein,
unseren Nächsten, auch aus Familie / Freundeskreis,
in seiner Bedürftigkeit zu übersehen,
helfendes Handeln zu unterlassen!

Es geht vielmehr - wie beim Besitzen auch -
um das Ablegen einer virulenten inneren Einstellung
zu diesen Menschen unserer Verwandtschaft:
Freundschaft, Familienzugehörigkeit u. ä. Beziehungen
gehen oft mit Erwartungshaltungen einher;
bestimmte Verhaltensweisen werden projiziert, an den anderen geknüpft.

Bleiben diese Erwartungen unerfüllt,
breiten sich Befangenheit, Vorwürfe, Groll aus.
Man fühlt sich enttäuscht, verletzt, beleidigt oder betrübt.
Das hindert an vorbehaltloser Nächstenliebe.

Diese Verstimmung tönt umso dissonanter,
je enger die Verbindung zu dem sich - vermeintlich - falsch Verhaltenden ist,
denn Höheres erwarten wir von uns Nahestehenden
als von solchen, welche vorübergehend in unser Leben treten.

Somit ist ein 'Nicht-Können', mangelnde Fähigkeit,
tatsächlich die treffende Benennung.

Nur in diesem Sinn darf ein Geringachten verstanden werden.
Das Gebot Jesu, dass wir einander lieben, hat immer über allem zu stehen!

Brot des Lebens

Danke, HERR,
"Brot des Lebens" (Joh 6,35),
dass DU uns speist;

danke!

29.9.25

Leiden versus Beleidigtsein

Es gilt zu unterscheiden:

Drückt ein Leiden nieder? - Dann nehme man es an, trage sein Kreuz in memoriam der durch die Taufe empfangenen priesterlich-prophetisch-königlichen Würde.
Oder ist man schlichtweg be-leid-igt? - Dann bete man zum Heiligen Geist, dass ER einen aus dem Treibsand der Selbstverstrickung ziehen möge.

Die Unterscheidung, welcher von beiden Zuständen zutrifft, fällt leichter, sobald der Schmerzen Epizentrum aufgefunden wurde: Leiden verursacht Stiche, Stöße, Zerrung im Herzen - von dorther ausstrahlend kann es freilich weitere Körperregionen befallen. Das Beleidigtsein krallt sich wie eine Zecke in den Kopf (von wirklichen Schmerzen kann daher kaum gesprochen werden) - und bleibt meistens dort, in ununterbrochenen, hohe Wellen schlagenden Gedankenstrudeln.

Jedoch ist eine klare Unterscheidung unerlässlich, um die rechte Wahl treffen zu können: Wie bzw. wohin möchte man sein Leben ausrichten?

Das Beleidigtsein großmütig und in bester Absicht krampfhaft zu unterdrücken; sich abzulenken, um das Peinigende zu überdecken oder sich auf das Vergessenkönnen zu verlassen - jedes führt unausweichlich, früher oder später, an denselben Punkt zurück: die Beleidigung bricht wieder auf, man ringt erneut um Luft im Sumpf der Wahn-Vorstellungen.

Handelt es sich hingegen um wirkliches Leiden, so wird einstmals auch wirklicher Frieden einkehren; namentlich sobald man es als sein Kreuz annimmt und mit Jesu Christi Hilfe trägt.

Beleidigtsein ist ein vom Gebet ablenkender, dasselbe untergrabender Zustand. Leiden befördert Gebet.

Der Ursprung des Beleidigtseins ist das Dunkel; die Folgen desselben Chaos, Verwirrung, Un-Friede. Leiden kann verschiedene Ursachen haben, kann sogar eine von GOTT auferlegte Prüfung sein; die Folge des im Lichte GOTTES angenommenen Leidens gereicht jedoch immer zum Heil: dem es gläubig Duldenden, sowie möglicherweise denjenigen Menschen, für die es aufgeopfert wird.

So gilt es bei erlebter innerer Drangsal immer neu zu prüfen: Sitzt der Schmerz im Herzen, oder jammert bloß das angepiekste Ego?

26.9.25

Schmerzen - die Nabelschnur zum HERRN

DU erhörtest mein Flehen und Schreien

Eine Niedergeworfene, vernachlässigt und vergessen, gedemütigt; Eiseskälte, seelenzerschneidend scharfe Wortwahl; Anfeindungen diverser Menschen, die ihren Wahn auf mich projizieren, sich abreagieren, indem sie in perpetuum Beleidigung, Kränkung, Hass auf mich schleudern.

Die Traurigkeit über all dies fiel mich an, fraß sich in die Nerven einkeilend meinen Leib hindurch. Mein Inneres war lodernd gellender Brand, zerrendes Gären.

"DU allein, HERR, kennst die wahren Ursachen und Umstände; prüfst uns auf Herz und Nieren; verborgen bleibt DIR kein Gedanke. DU weißt, wo ich schuldig wurde, wo ich schuldlos bin. Sei DU mein Anwalt, sei mein Richter: Züchtige mich; reinige, was der Reinigung bedarf; heile, wo es nottut. Lindere aber auch, inständig flehe ich zu DIR, lindere den Schmerz über das mir zu unrecht Widerfahrende, gib mir die Kraft, ihn zu leiden. HERR, hilf dito meinen Feinden; hilf denen, die mich hassen, mir übel mitspielen; schenk DEINE Nähe allen Selbstgenügsamen."

Tag für Tag kam ich DIR bei. Nachlassend die Kräfte, zunehmende Fieberhitze. Am ganzen Körper siech schrie laut und lauter ich zu DIR. Heute nun erhörtest DU mein Klagen: Unverändert die Leibespein, sehe ich dennoch klarer, dass einzig DU mir helfen kannst. DU bist der Tröster, Beistand, die Wahrheit, die Erquickung. So nah wie DU könnte nie ein Mensch mir sein.

Mein Flehen und Schreien erhörtest DU, berührtest mein Herz und lehrst, dass der körperliche Schmerz das Band zwischen uns bedeutet: Dreimal stürztest DU vor Golgotha, brachst unter der Last des Kreuzes zusammen; musstest am Ende elendiglich ans selbige geheftet leiden, verscheiden. DU läuterst meinen Schmerz: Er ist mir nun teuer und lieb geworden; zur mich speisenden Nabelschnur. Er vergegenwärtigt DEINE Nähe, DEIN eigenes Leiden:


Wie der Nagel das Holz, so durchbohrt der Schmerz meinen Leib;
er selbst ist der ans Kreuz mich heftende Sporn.
So laut mein Schreien auch gewesen, DEIN zart-sanftes Flüstern drang durch:

"Ja, Kind, wer aber wartet denn dort am Kreuz
mit
weit geöffneten,
Liebe und Linderung schenkenden Armen?"


DU erhörtest Flehen, Klagen und Weh: Wie jenem Leidenden vom See Bethesda schenktest DU mir die Fähigkeit aufzustehen, meine Liege zu nehmen und hinzugehen (vgl. Joh 5,8 f.).

DU heiltest, befreist mich vom seelischen Siechtum, einem Leiden am Schmerz: In tiefer Dankbarkeit und Liebe dulde ich ihn gern, opfere ihn auf für meine Widersacher; für alle Selbstgenügsamen. HERR, schenke ihnen, was DU mir schenkst: DEINE Gnade in Fülle!

Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit!

22.9.25

DU siehst mich an

Ich kann es nicht begreifen:
DU, HERR und GOTT,
siehst mich an;

DU, HERR und GOTT,
wendest DEIN Angesicht mir zu;

DEIN Wunsch, HERR und GOTT,
ist es, mich zu sehen,
liebend wahrzunehmen.

Kein Brot vermag ich zu backen,
ohne vieler Hände Hilfe;
keine Quelle belebenden Wassers freizulegen.

Die Heilung bringenden Erkenntnisse
der medizinischen Forschung fördere ich nicht zutage;
die Lösung des jahrhundertewährenden Konflikts zwischen den Nationen:
ich weiß sie nicht zu nennen.

Doch siehe, nichtsdestominder:
DU schaust auf meine Niedrigkeit -

ich kann es nicht begreifen.

dem Wort täglich begegnen

Einen jeden Tag dem Wort GOTTES Raum geben,
ist dieser Anspruch womöglich Überforderung?

Wem das Tagesevangelium ein zuviel,
ein zu häufig wechselnd bedeutet,
der kann die am Sonntag zuvor verkündigte Frohe Botschaft meditieren.

Es geht doch immerhin darum, sich dem Wort auszusetzen,
sich mit ihm - und mit IHM - auseinanderzusetzen.

Täglich einen gewissen Zeitraum der Betrachtung des Wortes widmen:

das geht immer.

21.9.25

Ja zu GOTTES Willen, ein tägliches Anliegen

 Niemals aussetzend aktuell bleibt das Anliegen des Ja-Sagens.

Ja, oder nein, ist Reaktion auf ein zuvor empfangenes Angesprochensein.
GOTT spricht uns u.a. durch das Wort der Heiligen Schrift an;
dieses kann - und sollte! - immer neu ausgedeutet werden,
um seinen "Sitz im Leben" zu behalten.

Dadurch hinwiederum eröffnet sich die Gelegenheit Ja zu GOTTES Willen zu sagen,
weil das Schriftwort relevant für das persönliche Dasein geworden ist.

Sich täglich dem von GOTT Angesprochenwerden auszusetzen
erfordert Wachheit;
Wachheit, die auch als "genaues Hinhören" (vgl. Lk 8,18) bezeichnet werden kann.

Doch das Hören allein bleibt unzureichend.

Erst die Bitte an den Heiligen Geist um Erkennen des für das eigene Leben Relevanten,
erst dieses Bitten ermöglicht das authentische, wurzelnde (vgl. Lk 8,15) Ja.

*

All das Vorgenannte kann auch einfacher ausgedrückt werden:

"Wacht und betet!" (Mt 26,41)

Verborgenes wird immer offenbar - Lk 8,17

"Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt." (Lk 8,17)

Verborgen ist GOTT Vater im Wort der Heiligen Schrift: durch Hören, Lesen und Meditieren derselben wird ER offenbar.

Verborgen ist GOTT Sohn, Jesus Christus, in der Heiligen Kommunion, in der Feier der Liturgie, in der Gemeinschaft der Betenden: ER offenbart sich am Ende aller Zeiten, wenn ER wiederkommen wird in Herrlichkeit, zur Verherrlichung GOTTES, des Vaters.

Verborgen ist GOTT Heiliger Geist in den Herzen der Kinder GOTTES: ER wird offenbar, indem wir Christus nachfolgen, indem wir lieben.

"Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten." (Mt 6,4.6b.18b)

Die Vergeltung besteht doch zuallererst darin, dass wir befähigt werden, Liebe zu erfahren und Liebe zu schenken.


kein sich Sorgen, kein Richten

"Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken." (Mt 11,28)

Erquicken heißt erfrischen, beleben; Erquickung ist Labsal, Wohltat, Spendung erfrischenden Wassers. Und so ist es auch! DU, HERR und GOTT, schenkst uns alles, was wir brauchen. Haptisch greifbar, alltäglich:

"Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt!" (Mt 6,25)

Ob es der Wunsch nach Gerste ist, der denselben Tag durch eine Packung Gerste im Zu-verschenken-Karton am Straßenrand erfüllt wird; ob es Kleidung ist, für jede Jahreszeit, die sich allerorten in solchen Kartons finden lässt. Möbelstücke, Bücher: just diejenigen Gegenstände, die man aktuell benötigt.

"Macht euch also keine Sorgen" (Mt 6,31), sowie: "sorgt euch also nicht um morgen" (Mt 6,34) :

Tatsächlich brauchen wir das nicht zu tun! DU bist da, das ist alles, was wir wissen und anerkennen sollten - für alles übrige kommst DU auf. Auch durch Groll oder Ärger uns beschweren ist vollkommen unnötig. Ein Nächster verhält sich nicht so, wie wir es wünschen? Wir ärgern uns darüber; halten innere Monologe der Ermahnung des andern, der Selbstrechtfertigung? Alles überflüssig! Denn DU bist der Richter; DU trittst ein.
"Richtet nicht"(Mt 7,1) ist demnach auch Ermutigung, von dem Wunsch
, sich selbst Gerechtigkeit zu verschaffen abzulassen. Es beruhigt uns.

"Wenn sie euch aber ausliefern, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt." (Mt 10,19)

Diese Zusage befreit uns vom wahnhaften inneren Zurechtlegen der passenden Worte. Sobald man dieses unterlässt, stellt sich unverzüglich Leichtigkeit und Frieden ein; die versprochene Erquickung.

Ja, DU, HERR, bist alles, was wir brauchen.

"Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere dazugegeben." (Mt 6,33)

Und schon ist das ganze Dasein getragen von Leichtigkeit.

20.9.25

genaues Hinhören - Lk 8,18

"Achtet darauf, genau hinzuhören!“, nach einer älteren Übersetzung: „Gebt also acht, dass ihr richtig zuhört!" (Lk 8,18)

Zuhören lässt uns Freud und Leid, Nöte, Sorgen, Belange unserer Nächsten erfahren. - Nur dadurch können wir zu Helfenden werden, durch Fürbitte und barmherziges Handeln.

Zuhören, durch Liturgie, Verkündigung oder Lektüre der Heiligen Schrift, lässt uns GOTTES Weisung für unseren persönlichen Weg erkennen. - Dank der durch den Heiligen Geist geschenkten Erkenntnis können wir Ja sagen zu allem, was SEIN, unseres himmlischen Vaters Wille ist.

Unserem HERRN Jesus Christus während der Stillen Anbetung zu begegnen hilft, in sich hinein zu hören, führt zur Wahrnehmung der eigenen Finsternisse. - Diese können wir hernach in SEIN Licht halten, auf dass ER sie auf- und uns erlöse.

"Richtiges Zuhören", "genaues Hinhören" : derjenige Sinn, welcher uns die Freude eröffnet, GOTTES, DEIN Eigentum zu sein.

"Ja, selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen." (Lk 11,28)

"Ihr seid das Licht der Welt."

„So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5,16)

Keine Trübsal daher, ob des Undanks der Welt! Diesen Umstand, fehlende Wertschätzung und Dankbarkeit, bejammern auch die Nichtchristen. Wir aber, Jünger Jesu und SEINE Nachfolgenden, dürfen vor Freude jubeln, wenn kein Dank bezeugt wird!

So er denn empfunden, bloß nicht ausgedrückt wird, ist’s gerade recht verlaufen: der Dank richtet sich im Stillen an GOTT, unseren himmlischen Vater; wir aber bleiben bewahrt vor Eitelkeit und Hochmut, die sich allzu flink aufgrund übermittelter Wertschätzung einstellen!

So der Dank nicht empfunden wird, brauchen wir als Gebende auch keinen Groll zu hegen: „Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn. Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn.“ (Mt 10,24 f.)

„Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14) kann auch so gelesen werden: Der Welt seid Ihr das Licht. - Leuchten wir also, strahlen wir im Stillen die Seligkeit derjenigen, die sich Kinder GOTTES wissen!

Sich selbst zurücknehmen, GOTT wirken lassen, schweigend dasjenige ausstrahlen, was uns durch SEINE Gnade geschenkt wird: die Würde, die darin besteht, „Ebenbild“ des Vaters, des Höchsten (vgl. Gen 1,27), „erwählte Freunde“ Jesu Christi (vgl. Joh 15,15 f.), sowie „Tempel“ des Heiligen Geistes (vgl. 1 Kor 3,16 f.) zu sein.

GOTT wirkt im Stillen, im Verborgenen, auch während ER uns als ‚Wirkzeug’ gebraucht; keineswegs, indem wir lautstark tönen...

GOTT allein

Vertrauter
Bruder
Freund
Lehrer
Retter
Richter

Weg
Wahrheit
Leben

Vater
Schutz
Spender aller Güter

Beistand
Geleit
Trost

Liebender
Geliebter
König

Mut zu Disziplin und Gehorsam

HERR und GOTT

17.9.25

GOTT hört immer zu

Kein Mensch hört so gut zu wie DU,
HERR und GOTT.

Höchst sonderbar ist das menschliche Gebaren:
Ein jeder möchte reden, am liebsten ohne Innezuhalten,
erwartet, dass ihm zugehört werde,
fordert dieses sogar ein,
durch Zunahme an Lautstärke,
durch Unterlassen von Pausen...

Antwort des Gegenübers,
ein auf das Gesagte Eingehen,
ist nicht ernsthaft erwünscht:
Hauptsache, dass man selbst reden,
ununterbrochen, ohne Zurückhaltung,
sich Luft machen kann!

GOTT wiederum ist der beste aller Zuhörer.

So sollte es eigentlich alle Redewütigen zu IHM hinziehen.

Doch bleiben die Kirchen leer,
die Gebetsgruppen spärlich besucht.

Das ist doch paradox!

16.9.25

Weg, Wahrheit, Leben

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh 14,6)


Jesus Christus - der Weg:
In der Nachfolge, einem Prozess des sich Einübens in das Handeln Jesu, erfahren wir die Liebe des Vaters durch unsere Liebe am Nächsten; indem wir Jesus im Nächsten sehen, zugleich SEIN Handeln als Richtschnur für das eigene Handeln nehmen. Unseren je eigenen Weg gehen, angeleitet, geführt und bestimmt vom Wunsch konkreter Nachfolge.

Jesus Christus - die Wahrheit:
Die Lektüre der heiligen Schrift, das wache Hören des vom Ambo verkündigten Wortes, die Lectio Divina machen uns mit der Offenbarung vertraut: so wirkt das Wort, der Logos, Wahrheit in uns, wird Wahrheit für unser Leben.

Jesus Christus - das Leben:
Die Sakramente, Taufe, Kommunion, Vergebung... : sie schenken uns das ewige Leben.

Diese drei greifen ineinander, sind unzertrennlich. Nur die Schrift zu studieren, Nachfolge und Sakramente außer Acht lassen geht mit Kälte einher; getauft sein, zur Kommunion gehen, aber das Wort als Wahrheit und Weisung für das eigene Handeln nicht annehmen birgt die Gefahr des sich selbst Erhöhens, des Hochmuts; solidarisch handeln, altruistisch sein, aber weder Jesus Christus noch SEIN Erlösungsopfer anerkennen führt einst in die Trostlosigkeit und Isolation des auf sich selbst zurückgeworfenen Menschen.

Es bedarf aller drei; losgelöst, auch nur von einem der beiden anderen, bleibt der Weg zum Vater verhindert.


Und ist nicht diese Dreiheit wiederum ein Hinweis auf die eine göttliche
Heilige Dreifaltigkeit?

Der Vater offenbart sich in den Sakramenten und durch sie, ER ist das Leben.
Das Wort, die Wahrheit, wird verständlich durch die Eingebungen des Heiligen Geistes.
Der Weg stellt unser tägliches Unterwegssein dar, als Menschen unter Menschen - Ausdruck der wahren Menschlichkeit Jesu.

Wiederum ist das Wort, der fleischgewordene Logos, der Sohn.
Der Weg wird gottdurchwirkt, sobald vom Heiligen Geist inspiriert.

Noch einmal anders: das Wort gibt Kunde vom Vater, macht IHN damit erkennbar.
Die Sakramente können nur demjenigen Heil bringen, der kraft des Heiligen Geistes an sie glaubt.

Und schließlich, aber ebenso gültig: Der Sohn ist der Leib, den wir in der heiligen Kommunion empfangen. Der Vater schuf uns, so dass wir in unserem leiblichen Körper im Leben unterwegs sein können.

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Diese drei - Weg, Wahrheit und Leben - sind eins: das Tor zum Vater.


14.9.25

Appell an die Gemeinden der dt. Diaspora

 Appell an Gemeinden in der Diaspora, in denen die Sorge um künftig wegfallende Eucharistiefeiern besteht:

+ Gelobt sei Jesus Christus!

Vor zwei Wochen wurde hier nach der Heiligen Messe die Bitte vorgetragen, Ideen zu äußern, wie wir der Situation möglicherweise wegfallender Eucharistiefeiern begegnen wollen. „Mit vereinten Kräften schaffen wir das“, so lautete der ermutigende Aufruf.

Ich lade Euch und Sie also zu den beinahe täglich stattfindenden Gebetsangeboten hier in St Norbert ein: vereinen wir uns im Gebet! Vertrauen wir auf unseren HERRN Jesus Christus, der verspricht: „Dann wird Euch der Vater alles geben, um was Ihr in meinem Namen bittet.“ (Joh 15,16)

Von Ninive aus dem Buch Jona wissen wir, dass GOTT das drohende Unheil abwandte, nachdem sich die ganze Stadt zu IHM bekehrt hatte. Um wieviel mehr wird GOTT sich unser annehmen, die wir Dank und mit Jesus Christus in den Stand der Gotteskindschaft erhoben sind! Unser himmlischer Vater wird unsere Bitten erhören, ER läßt uns nicht allein. Erst recht nicht in einer - dem Anschein nach - aussichtslosen Lage.

Noch einmal schlage ich vor: vereinen wir uns in Fasten und Gebet, wie die ersten Christen zur Zeit der Apostelgeschichte; erflehen wir den Beistand, GOTTES Hilfe, SEINE Weisung, was zu tun und was zu unterlassen ist!

Der Psalmist betet: „Vertraut ihm, Volk, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht.“ (Ps 62,9) Hinzufügend möchte ich wiederholen, wozu wir uns heute bereits gemeinsam bekannt haben:

Ich glaube an GOTT, den Allmächtigen.

12.9.25

'Heiliger' Zorn?

" Heiliger Zorn "?

Zorn bleibt ein Laster, verursacht immer Trennung,
Zwietracht, Übel.

Für eine gute Sache einzutreten schließt Zorn per definitionem aus:
Zorn und 'gut' widersprechen einander.
Wer in dieselbe Bresche, denselben Ton anschlägt wie das wütend schimpfende Gegenüber,
zugleich aber behauptet, für das friedvolle Reich GOTTES einzutreten,
der macht sich unglaubwürdig.

"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." (Mt 7,16)

und:

"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede,
Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue,
Sanftmut und Enthaltsamkeit. [...]
Die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch
und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.
Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!" (Gal 5,22-25)

"Die Furcht des Herrn vertreibt Sünden,
wo sie bleibt, wird sie allen Zorn abwenden."
(Sir 1,21)

immer erreichbar sein?

Vorbild sein oder Nachfolge?

Wer viele Talente geschenkt erhielt,
gerät leicht in Irritation über die Diskrepanz zu seinen Mitmenschen.
Die Neigung zur Unterstellung, etwas sei offensichtlich,
verursacht Unbehagen, mitunter Missmut.

Doch anderen Menschen wurden andere Stärken gegeben.
Selten fügen sich diese mit den eigenen zur Harmonie.

Solch empfundenem Mangel kann die Absicht erwachsen
als Vorbild zu fungieren:

" Mit gutem Beispiel vorangehen! "

Daran können sich andere dann orientieren -
das gute, rechte, nötige Tun auch vollbringen.

Das allerdings birgt eine große Gefahr in sich:
der Eitelkeit zu verfallen, dem sich GOTT Wähnen.

*

Oh, HERR, behüte mich davor, immer erreichbar sein zu wollen!

9.9.25

Jesu Herz

Man stelle sich den persönlich am nächsten stehenden Menschen vor -
das eigene Kind, den Partner, die beste Freundin...; einerlei wer -
und denke sich diesen leidend.

Leidet man etwa nicht mit?
Wünschte sich, man könnte den Schmerz von dem Liebsten nehmen,
wenigstens verringern?

Man spürt diesen Schmerz im Herzen, als Stich, als körperliches Leiden.

*

Nun stelle man sich vor,
dieses leidende Herz sei dasjenige GOTTES, Jesu Herz.

Jeder auf der Welt erstehende Schmerz wird von DIR,
HERR Jesus Christus,
empfunden, durch DEIN unbegrenztes Herz.

*

Was können wir tun, um dieses, DEIN Leiden zu lindern?

i. kein neues hinzufügen

ii. bemüht sein, bestehende Zerwürfnisse zu beenden,
Friedfertigkeit zu üben, Streit zu schlichten, Versöhnung zu ermöglichen

iii. DICH lieben in hingebungsvoller Anbetung

4.9.25

sich schenken ohne Berechnung

" Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein.
Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten;
es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten. " (Lk 14,13 f.)

Arme : Menschen ohne Fähigkeit Dank zu empfinden

Verkrüppelte : Menschen mit gebrochenen Herzen

Lahme : Menschen mangelnder Heiterkeit

Blinde : Menschen mangelnder Einsicht

...

Menschen, denen es an Freundlichkeit, Güte, Milde gebricht:
das sind Arme/Verkrüppelte/Lahme/Blinde.

" ... sie haben nichts, um es dir zu vergelten ",
heißt, dass ihnen dieser Mangel an Reaktion nicht übel genommen werden darf;
es fehlt diesen Menschen an Fähigkeit.

Somit gilt, dass wer sich selbst an solche verschenkt,
wohl wissend, dass kein Dank zurückkehren wird;

wer dem 'unverbesserlichen' Griesgram immer wieder freundlich, heiter, fröhlich begegnet,
der darf sich selig wissen :

dies ist gelebte Nachfolge Christi!

" Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst... "
deutet auf die Fülle des Schenkens hin:
Mittag-/Abendessen sind üblicherweise opulent, umfangreicher als Zwischenmahlzeiten;

also sei das sich dem Nächsten Schenken -
ohne Zurückhaltung, ohne Berechnung.