Das Kind schweigt, wenn es staunt. Das Lamm schweigt angesichts seiner Scherer (vgl. Jes 53,7). Die Größe GOTTES offenbart sich im "sanften, leisen Säuseln" (1 Kön 19, 12). GOTT tritt in die Welt, indem ER sich als Säugling gebären lässt. Jesus Christus lebt inmitten der Welt, im Tabernakel einer jeden römisch-katholischen Kirche. ER gibt sich preis bei jeder Ausspendung der Heiligen Kommunion.
Immer wieder zeigt sich, wie wirkmächtig Stille, Schweigen, das Unscheinbare, Ohnmächtige sind. Dabei wird die Welt zunehmend lauter. Unsere Gottesdienste werden entweiht: da rennen Kinder unentwegt in der Kirche umher; zu spät erschienene Erwachsene mitten hinein in die Worte des Hochgebets; da gehen die 'Gläubigen' Kaugummi kauend zum Altar, um die Hostie zu empfangen; da liegt am Boden vor dem Tabernakel der Leib Christi - dem Ziborium entfallen, weil allzu achtlos auf- und abgeschlossen wird. Abgeschlossen in mehrfacher Wortbedeutung.
Und darf man es ansprechen? Nein; denn die Verantwortlichen rümpfen die Nase, schimpfen mich "exaltiert", überheblich gar.
Ja, es erregt mich; und GOTT helfe mir, dass dem immerfort so bleibe! Gleichwohl kann ich nichts tun, als im Schweigen, im Dulden mich zu üben. Denn DU bist der eigentlich Leidtragende, ich nur eine Wahrnehmende. Oh, wie sehr tut es weh, DICH so achtlos, gleichgültig, so bar jeder Ehrfurcht, jeder Anbetung zu erleben!
"Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor,
denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen!" (Mt 7,6)
Genauso ist es, nur dass es sich nicht um "unsere Perlen" handelt, sondern um DICH, HERR und GOTT, der "mit Füßen zertreten" wird.
Hat sich denn gar nichts geändert seit Golgotha?
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