Chalice

Chalice
chalice (hmp)

16.10.25

Gebet statt Zerreden

Betend anerkennen wir unsere Bedürftigkeit von DIR:
wo jedes Sprechen mit Menschen versiegt,
weil Sprache an ihre Grenzen geraten ist,
bleibt doch immer das Rufen zu DIR.

Noch in tiefstem Schweigen,
Ausdruck innigsten Sehnens,
bleibt der Dialog mit DIR lebendig,
ist möglicherweise nun erst wahrhaftig und lauter.

*

So auch zuzeiten erlittener Schmerzen:
Man reißt die Wunden auf, wo immer und immer neu
über das erlebte Übel gesprochen wird.

Besser ist es, von Maria zu lernen,
die alles in ihrem Herzen bewahrt und erwägt (vgl. Lk 2,19.51b).

Am besten ist, von Jesus Christus selbst zu lernen,
dem geopferten Lamm, das duldsam schweigt
(vgl. Mk 15,5; Mt 27,12; Lk 23,9; Jes 53,7).

*

Wer absieht von Jammern und Zerreden,
trägt sein Kreuz bewusst;
er erfährt sich direkt mit Jesus Christus verbunden.

Auch weil er so keine Gefahr läuft,
sich selbst Gerechtigkeit zu verschaffen:
indem er sich erklärt, sich rechtfertigt,
sich auf die Wirkkraft seines eigenen Handelns verlässt.

Schweigend erträgt er das ihm Gegebene,
hält vertrauensvoll seine Lage GOTT hin,
der richten wird, die Lebenden und die Toten.

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