DU erhörtest mein
Flehen und Schreien
Eine Niedergeworfene, vernachlässigt und vergessen, gedemütigt; Eiseskälte, seelenzerschneidend scharfe Wortwahl; Anfeindungen diverser Menschen, die ihren Wahn auf mich projizieren, sich abreagieren, indem sie in perpetuum Beleidigung, Kränkung, Hass auf mich schleudern.
Die Traurigkeit über all dies fiel mich an, fraß sich in die Nerven einkeilend meinen Leib hindurch. Mein Inneres war lodernd gellender Brand, zerrendes Gären.
"DU allein, HERR, kennst die wahren
Ursachen und Umstände; prüfst uns auf Herz und Nieren; verborgen bleibt DIR kein Gedanke. DU weißt, wo ich schuldig wurde, wo ich schuldlos bin. Sei DU mein Anwalt, sei mein Richter:
Züchtige mich; reinige, was der Reinigung bedarf; heile, wo es nottut. Lindere
aber auch, inständig flehe ich zu DIR, lindere den Schmerz über das mir zu
unrecht Widerfahrende, gib mir die Kraft, ihn zu leiden. HERR, hilf dito meinen Feinden; hilf denen, die mich hassen, mir übel mitspielen; schenk DEINE Nähe allen Selbstgenügsamen."
Tag für Tag kam ich DIR bei. Nachlassend die Kräfte, zunehmende Fieberhitze. Am ganzen Körper siech schrie laut und lauter ich zu DIR. Heute nun erhörtest DU mein Klagen: Unverändert die Leibespein, sehe ich dennoch klarer, dass einzig DU mir helfen kannst. DU bist der Tröster, Beistand, die Wahrheit, die Erquickung. So nah wie DU könnte nie ein Mensch mir sein.
Mein Flehen und Schreien erhörtest DU, berührtest mein Herz und lehrst, dass der körperliche Schmerz das Band zwischen uns bedeutet: Dreimal stürztest DU vor Golgotha, brachst unter der Last des Kreuzes zusammen; musstest am Ende elendiglich ans selbige geheftet leiden, verscheiden. DU läuterst meinen Schmerz: Er ist mir nun teuer und lieb geworden; zur mich speisenden Nabelschnur. Er vergegenwärtigt DEINE Nähe, DEIN eigenes Leiden:
Wie der Nagel das Holz, so durchbohrt der Schmerz meinen Leib;
er selbst ist der ans Kreuz mich heftende Sporn.
So laut mein Schreien auch gewesen, DEIN zart-sanftes Flüstern drang durch:
"Ja, Kind, wer aber wartet denn dort am Kreuz
mit weit geöffneten,
Liebe
und Linderung schenkenden Armen?"
DU erhörtest Flehen, Klagen und Weh: Wie jenem Leidenden vom See Bethesda schenktest DU mir die Fähigkeit aufzustehen, meine Liege zu nehmen und hinzugehen (vgl. Joh 5,8 f.).
DU heiltest, befreist mich vom seelischen Siechtum, einem Leiden am Schmerz: In tiefer Dankbarkeit und Liebe dulde ich ihn gern, opfere ihn auf für meine Widersacher; für alle Selbstgenügsamen. HERR, schenke ihnen, was DU mir schenkst: DEINE Gnade in Fülle!
Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit!
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