Chalice

Chalice
chalice (hmp)

18.1.26

Versuchung

Sich beständig 'offen' zu halten, "wachend und betend" (vgl. Mk 14,38), daran allein wird es wohl liegen...

Wie oft wünschte ich, den Augenblick der mir von DIR geschenkten Glückseligkeit zu bannen: niemals wieder ohne sein! Das körperliche Erfahren DEINER Nähe lässt mich Dauer, ein Festhalten begehren. So suchte ich, 'Methoden' auszumachen, die mir helfen sollten, diese Wachheit zu bewahren...

Der Verstand sucht zu konservieren; was doch unmöglich bleibt! Das Vertrauen auf jede Sicherheit verheißende 'Methode' ist Götzendienst. DU allein schenkst; DU allein!

Unsere größte Angst ist immer noch die vor der Leere, vor unabwendbarer Verlorenheit. Davor, dass DU, HERR, DICH dauerhaft entziehen könntest. Dass uns der Gedanke erfüllen könnte, DU hättest DEIN Angesicht abgewandt, unseren Namen aus DEINER Hand getilgt, uns gar aus derselben herausfallen lassen. Vielleicht ist dies die Versuchung: Gottferne als gegeben anzunehmen und sich darein zu fügen...

Oh, HERR himmlischer Vater, führe uns nicht in Versuchung!

Bewahre uns davor, in unserem Glauben an DICH irr zu werden! DU, HERR Jesus Christus, weißt, wie leicht das geschehen kann: "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet!" (Mk 14,38) DU warst in Versuchung geführt worden (vgl. Mk 1,13 par Lk 4,2), hast aber widerstanden: wachend und betend.

Diese Haltung der Wachheit für DEIN Wort, der Empfänglichkeit für DEINE Offenbarung, gespannte Erwartung, dass DU erneut DICH schenken mögest - sie bedeutet im Grunde asketische Disziplin.

Keine Kommentare: