Chalice

Chalice
chalice (hmp)

10.1.26

die Last des Zuviel

Zu vieles, das uns belastet. Schon das Zuviel belastet. Warum?

Warum denn haben wir Gegenstände um uns? Da gibt es freilich solche für den täglichen Gebrauch, Bedarfsgut. Sie fallen kaum ins Gewicht: niemand wird sobald von Küchengeräten und Vergleichbarem als belastendes Übel sprechen.
Es sind vielmehr angesammelte Dinge, die als Erinnerungsträger fungieren. Es ist nämlich so: Ein Gegenstand wird gekauft, um dies oder jenes erinnern zu helfen, sei es ein vergangenes Erlebnis, sei es ein Vorsatz. Oder man erhält etwas geschenkt, das soll dann, auch, an den Geber erinnern.

Sobald nun diese Sammlung von Gegenständen ein gewisses Maß überschreitet; sobald ein Mensch also so viele ihn umgebende Erinnerungsträger hat, geht deren oben genannte Funktion verlustig: man sieht gewissermaßen 'den Wald vor lauter Bäumen' nicht. Gleichwohl weiß man, zutiefst im Innern, dass diesen Gegenständen einst ein größerer ideeller Wert eignete. Sie schauen einen fortan beinahe mit stillem Vorwurf an. Das nun ist, was wir als belastend empfinden.

Wer wenig besitzt, dessen Blick bleibt selten hängen; wenn aber, so kann sich die entsprechend verknüpfte Erinnerung einstellen, damit ein Wohlgefühl. Dieser Erinnerung nachzuhängen wird nicht belasten. Sobald es doch dazu kommt, weiß man, was zu tun ist: den Gegenstand entfernen.

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