Anfangen :
das Vermögen des Anfangenkönnens
ist Ausdruck unserer Freiheit.
Wie fangen wir an?
Fangen wir an!
Anfangen :
das Vermögen des Anfangenkönnens
ist Ausdruck unserer Freiheit.
Wie fangen wir an?
Fangen wir an!
"Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
Steht daher fest und lasst euch nicht wieder
ein Joch der Knechtschaft auflegen!" (Gal 5,1)
*
Wir sehnen uns nach Befreiung...
ungezählte Momente lang, einen jeden Tag.
Sind wir aber willens,
als zur Freiheit Befreite zu leben?
Sind wir willens,
auf dem Boden der uns geschenkten Freiheit
befreit zu handeln?
Das Morgengebet
ist das Aufziehen der Uhr,
das Norden des Kompasses:
Herz, Geist, Sinne -
vor allem das Hören -
werden auf DICH,
HERR und GOTT,
hin ausgerichtet.
Gestärkt durch DICH,
durch das DICH anbeten und loben Dürfen,
erwacht unser Sein;
nunmehr wird alles Begegnende,
Widerfahrende
durch das Brennglas Glaube
aufgehellt, klar, erkennbar.
Abtreibung ist keineswegs der Frau, der werdenden Mutter vorbehalten. Abtreibung geschieht, wann immer ein anderer Mensch abgewiesen, wo jeglicher Mensch aufgegeben wird. Abtreibung bedeutet Vertreibung, Ab-Treibung eines Nächsten aus meinem Herzen. Mein 'Bruder', meine 'Schwester' ist nunmehr Treibgut geworden.
Anhänglichkeit birgt Gefahr, man kann es schon dem Wort entnehmen:
Der Mensch hängt sich an eine Sache, hängt sich einer Person an - wer aber hängt, wird erstens passiv, abhängig von dem, woran er hängt; zweitens verliert er Halt, denn was hängt, kann abfallen, kann abgeworfen, abgeschüttelt, losgelassen werden.
Wer sich nun anderen/anderem anhängt im Wissen um das Vorgenannte, der wird nicht verlustig gehen, sobald er ins Fallen gerät. Bleibt der Zusammenhang indessen unbewusst, wird Angänglichkeit zur größten Gefahr für Seele und Leib.
Der erste Fall tritt ein, wo man sich DIR hingibt, DIR nachfolgt, DIR anhängt.
Ein Beispiel für den zweiten ist die Anhänglichkeit an Besitz; an Menschen, von denen man Heil erwartet; an Gegebenheiten, die zuverlässig Glück, Erfolg usw. bringen sollen: wer hier losgelassen wird, fällt ins Boden- und Haltlose.
"Ubi est Abel frater tuus?
Wo ist Abel, dein Bruder?" (Gen 4,9)
Diese Frage GOTTES,
unseres himmlischen Vaters,
sollte täglich auch unser Fragen sein.
*
Jesus Christus,
GOTTES Sohn,
fragt anders, aber dem Wesen nach gleich:
"Wer von diesen dreien,
meinst du,
ist dem der Nächste geworden,
der von den Räubern überfallen wurde?"
(Lk 10,36)
Wir sind Kreditnehmer bei DIR, HERR himmlischer Vater;
und können DIR doch nie vergelten, rückgeben...
Eines Tages, niemand kennt das Wann, nimmst DU den Geist uns, holst ihn zu DIR;
mit dem Geist verliert unser Körper seine irdische Lebensfähigkeit;
hernach ist alles Leben wieder ganz bei und mit DIR.
Weder Wahrheit,
noch Freiheit
können als empirische Größen
gehandelt werden:
Im größten Überfluss,
in gesicherter Umgebung
lebende Menschen
erfahren sich als un-frei.
Jesus Christus,
die Wahrheit,
wurde verurteilt und gekreuzigt
von Menschen,
die sich auf die Wahrheit beriefen.
*
HERR,
mach uns weise:
hilf, dass wir unser Herz, unseren Geist
immer wieder auf DICH hin ausrichten;
in der Hoffnung,
dass DU uns zeigen mögest,
was Wahrheit, was Freiheit sind:
in jeder konkreten Situation,
heute, jetzt.
" Du sollst dir kein Kultbild machen
und keine Gestalt von irgendetwas
am Himmel droben, auf der Erde unten
oder im Wasser unter der Erde. " (Ex 20,4)
*
GOTTES Gebot ist heilsam,
ein Rat viel eher denn Begrenzung:
bezogen auf IHN, unser Geist zerspränge,
vermöge er IHN zu fassen...
Schon Abstraktes sich vorzustellen ist unmöglich.
Denken zwar, sich bildlich vorstellen keineswegs!
Man schaffe sich innerlich zum Beispiel Blume;
keine Rose, keine Lilie... einfach : Blume.
Oder so:
Alle Menschen haben Beine;
kein Mensch hat Hufen.
Wer aber sind 'alle' Menschen;
wer ist 'kein' Mensch?
Abstrahiertes Denken ist's;
zusammengefasstes Sortieren.
Vorstellen, innerlich verbildlichen, hingegen bleibt unmöglich.
*
Ginge ein solches, GOTT sich vorzustellen,
müsste unser Geist schier 'explodieren'.
Das bedeutete unser sicheres Ende.
Dass wir es gar nicht erst versuchen,
dahin ist GOTTES Gebot gemeint;
ein Rat gewissermaßen.
Ein Mensch tritt in Beziehung, neigt sich zu, wendet sich hin demjenigen, was er kennt. Oder kennenlernen möchte. Es besteht keine Veranlassung sich dem Unbekannten zuzuwenden. Es besteht keine Veranlassung für Gebet, wenn GOTT ein bloßer Begriff, wenn Gottesdienst nicht mehr denn Handeln aus Tradition ist: etwas, das "man eben tut", weil es seit Kindheit an getan worden ist.
Mit der Hinwendung wächst Nähe; mit erlebter Nähe der Wunsch nach Treue; mit der Treue aber wachsen Liebe und Erkennen, Geborgenheit und Frieden. Die Folge ist größere Treue, sehnsuchtsgespeist.
Lassen wir Begriffe, Bilder los, hinter uns; springen wir hinein ins Unbegreifliche, damit aber in GOTTES Arme, SEINEN Schutz und Erbarmen, in SEINE Liebe.
Keine Angst vor dem Tod haben beinhaltet den Verzicht auf das Rechtbehaltenwollen. Denn den Tod der eigenen Ansicht / Meinung / Idee, des persönlichen Fürwahrhaltens zu akzeptieren zieht ein Loslassen vom Selbst nach sich, ist zugleich dessen Folge.
"Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden." (Mt 16,25b)
Nur wer loslässt kann Geburt erleben.
A: "Ich möchte ja gern meinen Nächsten lieben... Nur... er ist so garstig, alles andere als liebenswürdig. Ich habe mich oft bemüht. Wirklich. Dann begegnet er mir wieder auf so abstoßende Weise, dass ich einfach nicht weiß, wie ich das übersehen soll, um ihn 'bedingungslos' zu lieben. Wie kann Gott verlangen, dass ich jeden meiner Nächsten liebe; sie sind ja alle so verschiedenartig...?"
B: "Es ist viel einfacher: Nur Einen brauchst Du zu lieben; diesen Einen in Gestalt der Vielen: GOTT. Wie Du Dein Kind, Freund, Partner noch liebst, wenn es/er/sie sich hinter einer Verkleidung, im Fastnachtskostüm versteckt, Du aber um beides weißt: dass es sich erstens um eine äußere Hülle handelt, die zweitens den wahren inneren von Dir geliebten Kern ummantelt. Genauso kannst Du GOTT in einem jeden Menschen lieben; brauchst nur diesen einen 'Kern' anzuerkennen."
Es sind der Wege drei,
der Wege, dem Leben zu begegnen:
die Welt wahrnehmen
sich selbst wahrnehmen
GOTT wahrnehmen.
*
Jeder Mensch darf, kann
und muss
die für ihn wichtigste
(Art der Wahrnehmung)
wählen.
Wir nehmen wahr,
was wir erkennen.
Wir nehmen wahr,
wo wir kennen.
Wir nehmen wahr,
wofür uns Sinn gegeben.
Wir nehmen wahr,
was wir erinnern.
*
DICH,
HERR Jesus Christus,
sehen:
GOTT,
den himmlischen Vater,
kennen-lernen.
Die Vernunft
ver-nimmt
in tiefer Gelassenheit:
Ver-stehen
darf begrenzt bleiben,
wir dürfen stattdessen
ver-geben.
*
Ver-stehen
impliziert Status, Stillstand,
ver-geben
hingegen Bewegung.
Bewegung
ist lebendig,
ist Leben;
Stillstand Tod.
*
Ein Gleichmaß,
Gleichgewicht
zwischen nehmen und geben,
so heißt es,
solle herrschen.
Entsprechend
ein solches
zwischen vernehmen und vergeben.
*
Was ver-nimmt
die Vernunft?
Die Anweisung
des Gewissens.
Was ist 'Gewissen'?
Conscientia, mit-wissen.
Das Wissen,
die Weisheit
ist bei GOTT.
GOTT macht uns
zu Mitwissenden;
befähigt uns
zur Weitergabe dieses Wissens,
zur Ver-gabe, zu Ver-gebung.
Denn:
GOTTES Geben
ist stets zuerst Vergeben.
*
Ergo:
wir ver-nehmen,
um zu
ver-geben.
Also spricht Ioannes Baptista:
"Er muss wachsen, ich aber geringer werden."
(Joh 3,30)
So ist es in jedem von uns:
DU, HERR Jesus Christus,
sollst in uns wachsen,
uns ganz erfüllen,
damit sich auch in einem jeden von uns
"die Freude vollendet" (V. 29).
"Niemand hat den Vater gesehen
außer dem, der von Gott ist;
nur er hat den Vater gesehen." (Joh 6,46)
"Niemand erkennt, wer der Vater ist,
nur der Sohn und der,
dem es der Sohn offenbaren will." (Lk 10,22b)
Verbunden damit des Apostels Paulus Aussagen:
"Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir",
sowie: "Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid,
habt Christus angezogen." (Gal 2,20 und 3,27)
Diese Verknüpfung kann doch nur bedeuten,
dass sobald wir uns so sehr 'selbst verloren',
i.e. in Christus verloren, haben,
dass einzig Christus "in uns lebt",
dass wir dann und nur dadurch,
dass ER in uns lebt - also auch sieht -
auch sehend werden.
Der große Trost,
auch in der Diaspora:
Ununterbrochen,
all-überall auf der Welt
wird die Heilige Eucharistie gefeiert;
jetzt,
und jetzt,
...
selbst diesen gegenwärtigen Augenblick!
*
Ununterbrochen,
all-überall auf der Welt
steigt der Heilige Geist herab:
jetzt,
und jetzt...
Sich beständig 'offen' zu halten, "wachend und betend" (vgl. Mk 14,38), daran allein wird es wohl liegen...
Wie oft wünschte ich, den Augenblick der mir von DIR geschenkten Glückseligkeit zu bannen: niemals wieder ohne sein! Das körperliche Erfahren DEINER Nähe lässt mich Dauer, ein Festhalten begehren. So suchte ich, 'Methoden' auszumachen, die mir helfen sollten, diese Wachheit zu bewahren...
Der Verstand sucht zu konservieren; was doch unmöglich bleibt! Das Vertrauen auf jede Sicherheit verheißende 'Methode' ist Götzendienst. DU allein schenkst; DU allein!
Unsere größte Angst ist immer noch die vor der Leere, vor unabwendbarer Verlorenheit. Davor, dass DU, HERR, DICH dauerhaft entziehen könntest. Dass uns der Gedanke erfüllen könnte, DU hättest DEIN Angesicht abgewandt, unseren Namen aus DEINER Hand getilgt, uns gar aus derselben herausfallen lassen. Vielleicht ist dies die Versuchung: Gottferne als gegeben anzunehmen und sich darein zu fügen...
Oh, HERR himmlischer Vater, führe uns nicht in Versuchung!
Bewahre uns davor, in unserem Glauben an DICH irr zu werden! DU, HERR Jesus Christus, weißt, wie leicht das geschehen kann: "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet!" (Mk 14,38) DU warst in Versuchung geführt worden (vgl. Mk 1,13 par Lk 4,2), hast aber widerstanden: wachend und betend.
Diese Haltung der Wachheit für DEIN Wort, der Empfänglichkeit für DEINE Offenbarung, gespannte Erwartung, dass DU erneut DICH schenken mögest - sie bedeutet im Grunde asketische Disziplin.
Die beste Schule für ein
glückseliges Leben
ist das Gebet.
Wie das Leben selbst,
so entscheidet beim Beten
das treue, beständige Tun,
statt dessen Ergebnis.
GOTTES Wirken,
SEINE Gegenwart,
spürt, erfährt, er-lebt man,
auch wenn die Oberfläche unverändert bleibt.
Gerade dann vielleicht!
Denn, wer vermag zu ergründen,
in welchem Umfang GOTT
Gutes und Heil wirkte,
während wir noch meinen,
unsere Gebete blieben unerhört?!
Am Ende ist es doch wieder so einfach:
Ärger ist der innere Widerstand
beim Erleben
des an seine Grenze geratenen Verstandes.
*
Ja, dies und das entzieht sich meinem Verstehen.
Doch Verstehen ist bloß ein weiterer Götze.
DIR sei's gedankt,
oh HERR Heiliger Geist,
dass DU mir diesen Widerstand,
dieses Un-Wohlsein
schenkst:
so kann ich den Götzen schneller entlarven;
und einst,
mit DEINER Hilfe,
überwinden.
Wie gütig DU bist,
HERR und GOTT,
dass DU uns schenkst,
dass wir uns einüben können,
während dieser Menschenlebenjahre,
uns einüben können
ins Gebet.
Dieser perpetuale Spagat zwischen :
größter, unermesslich-unergründlicher Freude - über die erlebbare und sichere Gegenwart des Lammes GOTTES in dieser Welt;
Unruhe - ob des Wissens, dass so viele Menschen, dass die Schöpfung leidet;
Sehnsucht - nach der endlich eintreffenden Schau GOTTES, des himmlischen Vaters;
Ohnmacht - als Folge der Erkenntnis, wie erbärmlich fern man sich immer wieder stellt, durch Ver-Sagen der Liebe...
Es ist eine Zerreißprobe, als Christ zu leben; niemals tritt tiefe Ruhe als anhaltender Zustand ein.
Sanftmut geht einher mit, erfordert geradezu eine gewisse Unschärfe der (An-)Sichtweise. Ein Bild sei das Lamm: es flieht eher, als dass es angriffe. Wann? Sobald sich ihm etwas nähert, das dem ersten Blick nach Gefahr verheißt. Dieser erste Blick ist unscharfe Wahrnehmung; näheres Untersuchen, kritisches Hinterfragen bleiben aus. Der erste, unscharfe Blick, entscheidet. So korrelieren Sanftmut und Unschärfe.
Das Beten wird stets dann verunglimpft, wo machen und handeln verwechselt werden. Beten sei angeblich 'faules Daherleben'; eine Ausrede für Müßiggang. Anpacken wäre vonnöten und zwar: hier und jetzt!
Gebet unterbindet indessen keineswegs das aktive Tun: ist vielmehr der fruchtbare Boden für wirklich christliches Handeln.
Wer ohne eine hörende Hinwendung zu GOTT irgendetwas 'machen' will, erreicht damit höchstens Menschenwerk.
Wer um GOTTES Führung, Beistand und Segen bittet, den eigenen Willen demjenigen des himmlischen Vaters unterordnend, der bereitet in angemessener Weise das sich anschließende Handeln vor.
DU, HERR Jesus Christus, befreist uns durch DEINE Gleichnisrede, durch DEIN Aufrufen zu Vertrauen und Treue. In dem Maße, wie wir uns darauf einlassen, wächst unsere Hingabe an GOTT, unseren Vater.
Das größte Geschenk DEINER,
HERR Jesus Christus,
ist, dass DU uns erkennen lässt:
wir sind GOTTES Kinder.
Entzieht Euch, Begriff, Erklärung,
entzieht Euch bloß dem kognitiven Geist!
Erfahrung sehnen wir:
Im Alltag erleben dürfen,
dass wir Kinder des Allerhöchsten sind.
A: "Gott ist die Liebe, heißt es.
Wie liebt denn Gott?"
B: "Schau nur,
schauen wir auf Jesus Christus:
ER zeigt, dass und wie GOTT liebt!"
Zu vieles, das uns belastet. Schon das Zuviel belastet. Warum?
Warum denn haben wir Gegenstände um uns? Da gibt es freilich solche für den täglichen Gebrauch, Bedarfsgut. Sie fallen kaum ins Gewicht: niemand wird sobald von Küchengeräten und Vergleichbarem als belastendes Übel sprechen.
Es sind vielmehr angesammelte Dinge, die als Erinnerungsträger fungieren. Es ist nämlich so: Ein Gegenstand wird gekauft, um dies oder jenes erinnern zu helfen, sei es ein vergangenes Erlebnis, sei es ein Vorsatz. Oder man erhält etwas geschenkt, das soll dann, auch, an den Geber erinnern.
Sobald nun diese Sammlung von Gegenständen ein gewisses Maß überschreitet; sobald ein Mensch also so viele ihn umgebende Erinnerungsträger hat, geht deren oben genannte Funktion verlustig: man sieht gewissermaßen 'den Wald vor lauter Bäumen' nicht. Gleichwohl weiß man, zutiefst im Innern, dass diesen Gegenständen einst ein größerer ideeller Wert eignete. Sie schauen einen fortan beinahe mit stillem Vorwurf an. Das nun ist, was wir als belastend empfinden.
Wer wenig besitzt, dessen Blick bleibt selten hängen; wenn aber, so kann sich die entsprechend verknüpfte Erinnerung einstellen, damit ein Wohlgefühl. Dieser Erinnerung nachzuhängen wird nicht belasten. Sobald es doch dazu kommt, weiß man, was zu tun ist: den Gegenstand entfernen.
So sehr liebt GOTT
den Menschen,
dass ER ihn -
(dass ER uns) -
mit unantastbarer Würde
erschafft und bekleidet.
Sich selbst,
in SEINEM Sohn
Jesus Christus,
vergisst ER -
so scheint es bald -,
stellt sich soweit zurück,
dass ER sich
antasten lässt...
...bis zur Misshandlung.
Es ist also:
Wahrheit kleidet sich in Einfachheit.
Was wahr ist, ist auch einfach.
Die Wahrheit verbarg sich
im Kleide eines Neugeborenen;
im Gewand eines wandernden Handwerkers;
im Mantel des den Foltertod Erduldenden.
Dann ward sie auferweckt,
auf dass für uns,
die Nachfolgenden,
wahrhaftiges Leben,
lebendige Wahrhaftigkeit
einfach werde.
DU, HERR und GOTT,
sagst ja nicht etwa,
wie wir glauben sollen.
DU, HERR und GOTT,
zeigst uns,
wie wir leben können:
durch Jesus Christus,
DEINEN Sohn.
DIR singe ich mein Halle-lu-Jah,
schon widerhallst DU -
DU hallst nach mir,
mir nach:
widerhallend darf ich jubeln.
Ist es möglich,
dass wir es an Dankbarkeit mangeln lassen,
weil uns die Gabe -
unser Leben, unsere Talente,
die ungezählten Gnadengaben DEINER -
weil uns die Größe dieser Gaben überfordert?
Weil wir schier unfähig sind,
die Bedeutung dieser Güter zu ermessen?
Weil wir sie anblicken,
statt DEINER?
*
Gilt Dank der Gabe,
oder dem Gebenden?
"Ich vertraue darauf,
HERR himmlischer Vater,
dass DU mich liebend machst.
Wandle mich,
oh HERR Heiliger Geist,
auf dass ich liebend werde!"
Leidet ein Mensch,
ein Nächster,
so leidet GOTT in ihm.
Diesem Menschen
ein Nächster sein,
ihn umarmen,
um das Leid ihm tragen zu helfen:
DICH, GOTT und HERR,
umarmen.
Möglicherweise ...
... begegnest DU mir gerade in dem Menschen,
der mir augenblicklich gegenübersteht ...
*
So hilf mir denn,
HERR Heiliger Geist,
dass mein Herz offen bleibe:
die Möglichkeit gegenwärtig zu halten,
dass DU
ausgerechnet im aktuell Begegnenden
mir entgegen kommst.
Die "besonders wertvolle Perle" (Mt 13,46): Alles bisher Angesammelte auf-, fortgeben dieser Perle wegen. Ist die Perle der von DIR geschenkte Glaube; die Gewissheit, dass DU bist; dass DU hier und jetzt zugegen bist, mich anblickst und liebst?
So will ich diesem Glauben Raum geben, in meinem Alltag; darum geht es doch schließlich. Deswegen wird aller Besitz schal, uninteressant; kann losgelassen werden. Nun sind sämtliche Bereiche des Lebens betroffen, durchzogen-durchwoben vom Wissen um, vom Erfahren DEINER Wirklichkeit. Das schließlich heißt: 'Leben aus dem Glauben'.
Die Zusage: "Das Reich Gottes ist mitten unter euch" (Lk 17,21) ist nunmehr hautnahes Erlebnis. Je mehr ich zulasse, dass Glaube Raum greift; je unmittelbarer mein Ja zu DEINEM heilenden Erbarmen, desto unmittelbarer erfahre ich das gegenwärtige Bestehen des Himmelreiches.
Kind GOTTES sein,
"wie die Kinder" (Mt 18,3) sein :
Leben ohne Besitz
(da die Eltern es versorgen);
Leben ohne Vorurteil
(da sein Blick in die Zukunft geht);
Leben in Vertrauen
(da es sich geborgen weiß).
*
Das Leben des Kindes liegt vor ihm,
so blickt es auch nach vorn, oder aber auf das Gegenwärtige.
Wer immer wieder im Vergangenen wühlt und rührt,
versklavt sich selbst.
Sich von 'der Welt' als unverstanden erfahren,
es setzt uns in feine Gesellschaft:
ungezählt allein die post mortem bekannt gewordenen,
post mortem für ihre Ein- und Weitsicht Gerühmten...
Indessen ist es ein schmaler Grat
zwischen Trost und Selbstüberhebung!