Chalice

Chalice
chalice (hmp)

30.9.25

die Nahestehenden geringachten

"Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter,
Frau und Kinder, Brüder und Schwestern,
ja sogar sein Leben gering achtet,
dann kann er nicht mein Jünger sein." (Lk 14,26)

Jesus Christus benennt es als einen Mangel an Fähigkeit,
ein Nicht-Können.

GOTT spricht jeden einzeln an, ruft in die ganz persönliche Nachfolge.
Auch Vater, Mutter, Geschwister, Ehepartner, oder die besten Freunde:
ein/e jede/r hat seinen/ihren ganz persönlichen,
ihn/sie allein meinenden Ruf empfangen.
Was sie daraus machen, ist - ebenso wie Dir und mir -
in völliger Freiheit ihnen allein anheimgestellt.

Will nun ein Mensch ernsthaft Christus nachfolgen,
findet sich aber in eine Familie hineingeboren,
in einer Umgebung wieder,
die weniger oder gar nichts damit zu schaffen haben will,
ist der Zwiespalt täglicher Begleiter.
Zwiespalt, da er seine Familie liebt,
keinen Bruch mit den Freunden möchte.
Gleichwohl spürt und weiß er mit anwachsender Tiefe:

"Jesus Christus ist der HERR;
ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben."

So wird das Leben innerhalb der Familie zur ersten Glaubensprüfung.

Insofern beide Seiten einander stets mit Liebe und Achtung begegnen,
kann ein so gestaltetes Miteinander größtenteils konfliktlos,
frei von Zerwürfnis bestehen bleiben.

Doch Glaube und Nachfolge sind veränderliche Größen.

Wer es ernst meint, erfährt: Je tiefer der Einstieg ins Evangelium,
desto unnachgiebiger das eigene Sehnen nach GOTTES Nähe.
Das aber entfernt zugleich von demjenigen Sehnen, wie es 'die Welt' spürt.
Wer das Schmerzhafte dieser Trennung von Familie / Freunden fühlt,
sie aber mit Konzessionen / Höflichkeiten zu überwinden sucht,
der kann tatsächlich kein Jünger Jesu Christi sein.

*

Ein Beispiel:
Dem Evangelium folgend verzichtet ein Mensch auf Besitz,
Anhaftung an Güter und weltliche Gelüste.
Seine Familie aber möchte schillernde Feste feiern.
Der Jünger Jesu wird seine Teilnahme verweigern,
wird stattdessen lieber beten, die Schrift studieren,
oder in irgendeiner Weise Dienst am bedürftigen Nächsten verrichten.

Beide Seiten nehmen ihr Recht zur freien Wahl wahr,
beide Seiten trafen ihre Entscheidung;
keine darf der anderen die ihre vorwerfen!

Gleichzeitig ist dadurch ein zumindest physisches Miteinander unterbunden.
Der Jünger Jesu hat seine Familie und das Mit-ihr-Sein
geringer geachtet als das, wozu ihn GOTTES Wort aufrief.
Er bleibt mit Jesus verbunden, in SEINER Nachfolge.

*

Es gibt eine weitere, tiefere Ebene:

Jesus Christus sagt:
"Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat,
bei seinen Verwandten und in seiner Familie." (Mk 6,4)

ER "konnte dort keine Machttat tun" (V.5);
Jesu Nachbarn erinnerten IHN unmündig,
aberkannten jegliche Kraft und Weisheit.
Statt SEINER -
"Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören." (Mk 9,7b) -
sahen sie das Bild, das sie sich gemacht hatten,
woran sie festhielten.

Uns geht es ebenso (dem Jünger wie seinem Meister; vgl. Mt 10,25):
Egal, wohin wir uns entwickelt haben mögen,
in unseren Heimatkreisen werden wir
'das alberne Kind', 'der störrische Halbstarke',
'der verträumt-unvernünftige Backfisch' bleiben.

Sobald wir diesen auf uns projizierten Bildern begegnen
und ihnen antworten, indem wir die zugewiesene Rolle spielen -
was allzu leicht geschieht! -,
sobald wir selbst an das Bild glauben,
zu welchem die Anderen uns zurecht-erinnert haben,
achten wir neben den realiter lebendigen Personen
auch diese verschiedenen unserer Persönlichkeiten zu hoch.

Ein anderer Mensch definiert uns,
wir reagieren darauf -
suchen entweder uns davon abzusetzen,
oder der Definition zu entsprechen - :
Schon jagen wir einem Bilde nach, dienen einem Götzen.

Das beinhaltet alle Vor-Stellungen,
die die Eigenliebe entwirft:
Ich, die immer Starke;
Ich, der allzeit Liebenswerte;
Ich, die unbedingt Treue;
Ich, der 100%ig Zuverlässige
usf.

Gut ist es, danach zu streben diese Tugenden zu erlangen;
doch nehme man bitte davon Abstand, sich für deren Apotheose zu erklären!

Zuviel Vertrauen auf diese eigenen Vorzüge,
seien sie tatsächlich wahr,
lenkt den Blick von Jesus Christus ab,
beschneidet uns der Fähigkeit,
SEINE Jünger zu sein.

*

Freilich bleibt bei all dem Jesu Gebot bestehen:
"dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe" (Joh 15,12).

Das Gering(er)-Achten darf keine Ausrede sein,
unseren Nächsten, auch aus Familie / Freundeskreis,
in seiner Bedürftigkeit zu übersehen,
helfendes Handeln zu unterlassen!

Es geht vielmehr - wie beim Besitzen auch -
um das Ablegen einer virulenten inneren Einstellung
zu diesen Menschen unserer Verwandtschaft:
Freundschaft, Familienzugehörigkeit u. ä. Beziehungen
gehen oft mit Erwartungshaltungen einher;
bestimmte Verhaltensweisen werden projiziert, an den anderen geknüpft.

Bleiben diese Erwartungen unerfüllt,
breiten sich Befangenheit, Vorwürfe, Groll aus.
Man fühlt sich enttäuscht, verletzt, beleidigt oder betrübt.
Das hindert an vorbehaltloser Nächstenliebe.

Diese Verstimmung tönt umso dissonanter,
je enger die Verbindung zu dem sich - vermeintlich - falsch Verhaltenden ist,
denn Höheres erwarten wir von uns Nahestehenden
als von solchen, welche vorübergehend in unser Leben treten.

Somit ist ein 'Nicht-Können', mangelnde Fähigkeit,
tatsächlich die treffende Benennung.

Nur in diesem Sinn darf ein Geringachten verstanden werden.
Das Gebot Jesu, dass wir einander lieben, hat immer über allem zu stehen!

Brot des Lebens

Danke, HERR,
"Brot des Lebens" (Joh 6,35),
dass DU uns speist;

danke!

29.9.25

Leiden versus Beleidigtsein

Es gilt zu unterscheiden:

Drückt ein Leiden nieder? - Dann nehme man es an, trage sein Kreuz in memoriam der durch die Taufe empfangenen priesterlich-prophetisch-königlichen Würde.
Oder ist man schlichtweg be-leid-igt? - Dann bete man zum Heiligen Geist, dass ER einen aus dem Treibsand der Selbstverstrickung ziehen möge.

Die Unterscheidung, welcher von beiden Zuständen zutrifft, fällt leichter, sobald der Schmerzen Epizentrum aufgefunden wurde: Leiden verursacht Stiche, Stöße, Zerrung im Herzen - von dorther ausstrahlend kann es freilich weitere Körperregionen befallen. Das Beleidigtsein krallt sich wie eine Zecke in den Kopf (von wirklichen Schmerzen kann daher kaum gesprochen werden) - und bleibt meistens dort, in ununterbrochenen, hohe Wellen schlagenden Gedankenstrudeln.

Jedoch ist eine klare Unterscheidung unerlässlich, um die rechte Wahl treffen zu können: Wie bzw. wohin möchte man sein Leben ausrichten?

Das Beleidigtsein großmütig und in bester Absicht krampfhaft zu unterdrücken; sich abzulenken, um das Peinigende zu überdecken oder sich auf das Vergessenkönnen zu verlassen - jedes führt unausweichlich, früher oder später, an denselben Punkt zurück: die Beleidigung bricht wieder auf, man ringt erneut um Luft im Sumpf der Wahn-Vorstellungen.

Handelt es sich hingegen um wirkliches Leiden, so wird einstmals auch wirklicher Frieden einkehren; namentlich sobald man es als sein Kreuz annimmt und mit Jesu Christi Hilfe trägt.

Beleidigtsein ist ein vom Gebet ablenkender, dasselbe untergrabender Zustand. Leiden befördert Gebet.

Der Ursprung des Beleidigtseins ist das Dunkel; die Folgen desselben Chaos, Verwirrung, Un-Friede. Leiden kann verschiedene Ursachen haben, kann sogar eine von GOTT auferlegte Prüfung sein; die Folge des im Lichte GOTTES angenommenen Leidens gereicht jedoch immer zum Heil: dem es gläubig Duldenden, sowie möglicherweise denjenigen Menschen, für die es aufgeopfert wird.

So gilt es bei erlebter innerer Drangsal immer neu zu prüfen: Sitzt der Schmerz im Herzen, oder jammert bloß das angepiekste Ego?

26.9.25

Schmerzen - die Nabelschnur zum HERRN

DU erhörtest mein Flehen und Schreien

Eine Niedergeworfene, vernachlässigt und vergessen, gedemütigt; Eiseskälte, seelenzerschneidend scharfe Wortwahl; Anfeindungen diverser Menschen, die ihren Wahn auf mich projizieren, sich abreagieren, indem sie in perpetuum Beleidigung, Kränkung, Hass auf mich schleudern.

Die Traurigkeit über all dies fiel mich an, fraß sich in die Nerven einkeilend meinen Leib hindurch. Mein Inneres war lodernd gellender Brand, zerrendes Gären.

"DU allein, HERR, kennst die wahren Ursachen und Umstände; prüfst uns auf Herz und Nieren; verborgen bleibt DIR kein Gedanke. DU weißt, wo ich schuldig wurde, wo ich schuldlos bin. Sei DU mein Anwalt, sei mein Richter: Züchtige mich; reinige, was der Reinigung bedarf; heile, wo es nottut. Lindere aber auch, inständig flehe ich zu DIR, lindere den Schmerz über das mir zu unrecht Widerfahrende, gib mir die Kraft, ihn zu leiden. HERR, hilf dito meinen Feinden; hilf denen, die mich hassen, mir übel mitspielen; schenk DEINE Nähe allen Selbstgenügsamen."

Tag für Tag kam ich DIR bei. Nachlassend die Kräfte, zunehmende Fieberhitze. Am ganzen Körper siech schrie laut und lauter ich zu DIR. Heute nun erhörtest DU mein Klagen: Unverändert die Leibespein, sehe ich dennoch klarer, dass einzig DU mir helfen kannst. DU bist der Tröster, Beistand, die Wahrheit, die Erquickung. So nah wie DU könnte nie ein Mensch mir sein.

Mein Flehen und Schreien erhörtest DU, berührtest mein Herz und lehrst, dass der körperliche Schmerz das Band zwischen uns bedeutet: Dreimal stürztest DU vor Golgotha, brachst unter der Last des Kreuzes zusammen; musstest am Ende elendiglich ans selbige geheftet leiden, verscheiden. DU läuterst meinen Schmerz: Er ist mir nun teuer und lieb geworden; zur mich speisenden Nabelschnur. Er vergegenwärtigt DEINE Nähe, DEIN eigenes Leiden:


Wie der Nagel das Holz, so durchbohrt der Schmerz meinen Leib;
er selbst ist der ans Kreuz mich heftende Sporn.
So laut mein Schreien auch gewesen, DEIN zart-sanftes Flüstern drang durch:

"Ja, Kind, wer aber wartet denn dort am Kreuz
mit
weit geöffneten,
Liebe und Linderung schenkenden Armen?"


DU erhörtest Flehen, Klagen und Weh: Wie jenem Leidenden vom See Bethesda schenktest DU mir die Fähigkeit aufzustehen, meine Liege zu nehmen und hinzugehen (vgl. Joh 5,8 f.).

DU heiltest, befreist mich vom seelischen Siechtum, einem Leiden am Schmerz: In tiefer Dankbarkeit und Liebe dulde ich ihn gern, opfere ihn auf für meine Widersacher; für alle Selbstgenügsamen. HERR, schenke ihnen, was DU mir schenkst: DEINE Gnade in Fülle!

Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit!

22.9.25

DU siehst mich an

Ich kann es nicht begreifen:
DU, HERR und GOTT,
siehst mich an;

DU, HERR und GOTT,
wendest DEIN Angesicht mir zu;

DEIN Wunsch, HERR und GOTT,
ist es, mich zu sehen,
liebend wahrzunehmen.

Kein Brot vermag ich zu backen,
ohne vieler Hände Hilfe;
keine Quelle belebenden Wassers freizulegen.

Die Heilung bringenden Erkenntnisse
der medizinischen Forschung fördere ich nicht zutage;
die Lösung des jahrhundertewährenden Konflikts zwischen den Nationen:
ich weiß sie nicht zu nennen.

Doch siehe, nichtsdestominder:
DU schaust auf meine Niedrigkeit -

ich kann es nicht begreifen.

dem Wort täglich begegnen

Einen jeden Tag dem Wort GOTTES Raum geben,
ist dieser Anspruch womöglich Überforderung?

Wem das Tagesevangelium ein zuviel,
ein zu häufig wechselnd bedeutet,
der kann die am Sonntag zuvor verkündigte Frohe Botschaft meditieren.

Es geht doch immerhin darum, sich dem Wort auszusetzen,
sich mit ihm - und mit IHM - auseinanderzusetzen.

Täglich einen gewissen Zeitraum der Betrachtung des Wortes widmen:

das geht immer.

21.9.25

Ja zu GOTTES Willen, ein tägliches Anliegen

 Niemals aussetzend aktuell bleibt das Anliegen des Ja-Sagens.

Ja, oder nein, ist Reaktion auf ein zuvor empfangenes Angesprochensein.
GOTT spricht uns u.a. durch das Wort der Heiligen Schrift an;
dieses kann - und sollte! - immer neu ausgedeutet werden,
um seinen "Sitz im Leben" zu behalten.

Dadurch hinwiederum eröffnet sich die Gelegenheit Ja zu GOTTES Willen zu sagen,
weil das Schriftwort relevant für das persönliche Dasein geworden ist.

Sich täglich dem von GOTT Angesprochenwerden auszusetzen
erfordert Wachheit;
Wachheit, die auch als "genaues Hinhören" (vgl. Lk 8,18) bezeichnet werden kann.

Doch das Hören allein bleibt unzureichend.

Erst die Bitte an den Heiligen Geist um Erkennen des für das eigene Leben Relevanten,
erst dieses Bitten ermöglicht das authentische, wurzelnde (vgl. Lk 8,15) Ja.

*

All das Vorgenannte kann auch einfacher ausgedrückt werden:

"Wacht und betet!" (Mt 26,41)

Verborgenes wird immer offenbar - Lk 8,17

"Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt." (Lk 8,17)

Verborgen ist GOTT Vater im Wort der Heiligen Schrift: durch Hören, Lesen und Meditieren derselben wird ER offenbar.

Verborgen ist GOTT Sohn, Jesus Christus, in der Heiligen Kommunion, in der Feier der Liturgie, in der Gemeinschaft der Betenden: ER offenbart sich am Ende aller Zeiten, wenn ER wiederkommen wird in Herrlichkeit, zur Verherrlichung GOTTES, des Vaters.

Verborgen ist GOTT Heiliger Geist in den Herzen der Kinder GOTTES: ER wird offenbar, indem wir Christus nachfolgen, indem wir lieben.

"Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten." (Mt 6,4.6b.18b)

Die Vergeltung besteht doch zuallererst darin, dass wir befähigt werden, Liebe zu erfahren und Liebe zu schenken.


kein sich Sorgen, kein Richten

"Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken." (Mt 11,28)

Erquicken heißt erfrischen, beleben; Erquickung ist Labsal, Wohltat, Spendung erfrischenden Wassers. Und so ist es auch! DU, HERR und GOTT, schenkst uns alles, was wir brauchen. Haptisch greifbar, alltäglich:

"Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt!" (Mt 6,25)

Ob es der Wunsch nach Gerste ist, der denselben Tag durch eine Packung Gerste im Zu-verschenken-Karton am Straßenrand erfüllt wird; ob es Kleidung ist, für jede Jahreszeit, die sich allerorten in solchen Kartons finden lässt. Möbelstücke, Bücher: just diejenigen Gegenstände, die man aktuell benötigt.

"Macht euch also keine Sorgen" (Mt 6,31), sowie: "sorgt euch also nicht um morgen" (Mt 6,34) :

Tatsächlich brauchen wir das nicht zu tun! DU bist da, das ist alles, was wir wissen und anerkennen sollten - für alles übrige kommst DU auf. Auch durch Groll oder Ärger uns beschweren ist vollkommen unnötig. Ein Nächster verhält sich nicht so, wie wir es wünschen? Wir ärgern uns darüber; halten innere Monologe der Ermahnung des andern, der Selbstrechtfertigung? Alles überflüssig! Denn DU bist der Richter; DU trittst ein.
"Richtet nicht"(Mt 7,1) ist demnach auch Ermutigung, von dem Wunsch
, sich selbst Gerechtigkeit zu verschaffen abzulassen. Es beruhigt uns.

"Wenn sie euch aber ausliefern, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt." (Mt 10,19)

Diese Zusage befreit uns vom wahnhaften inneren Zurechtlegen der passenden Worte. Sobald man dieses unterlässt, stellt sich unverzüglich Leichtigkeit und Frieden ein; die versprochene Erquickung.

Ja, DU, HERR, bist alles, was wir brauchen.

"Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere dazugegeben." (Mt 6,33)

Und schon ist das ganze Dasein getragen von Leichtigkeit.

20.9.25

genaues Hinhören - Lk 8,18

"Achtet darauf, genau hinzuhören!“, nach einer älteren Übersetzung: „Gebt also acht, dass ihr richtig zuhört!" (Lk 8,18)

Zuhören lässt uns Freud und Leid, Nöte, Sorgen, Belange unserer Nächsten erfahren. - Nur dadurch können wir zu Helfenden werden, durch Fürbitte und barmherziges Handeln.

Zuhören, durch Liturgie, Verkündigung oder Lektüre der Heiligen Schrift, lässt uns GOTTES Weisung für unseren persönlichen Weg erkennen. - Dank der durch den Heiligen Geist geschenkten Erkenntnis können wir Ja sagen zu allem, was SEIN, unseres himmlischen Vaters Wille ist.

Unserem HERRN Jesus Christus während der Stillen Anbetung zu begegnen hilft, in sich hinein zu hören, führt zur Wahrnehmung der eigenen Finsternisse. - Diese können wir hernach in SEIN Licht halten, auf dass ER sie auf- und uns erlöse.

"Richtiges Zuhören", "genaues Hinhören" : derjenige Sinn, welcher uns die Freude eröffnet, GOTTES, DEIN Eigentum zu sein.

"Ja, selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen." (Lk 11,28)

"Ihr seid das Licht der Welt."

„So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5,16)

Keine Trübsal daher, ob des Undanks der Welt! Diesen Umstand, fehlende Wertschätzung und Dankbarkeit, bejammern auch die Nichtchristen. Wir aber, Jünger Jesu und SEINE Nachfolgenden, dürfen vor Freude jubeln, wenn kein Dank bezeugt wird!

So er denn empfunden, bloß nicht ausgedrückt wird, ist’s gerade recht verlaufen: der Dank richtet sich im Stillen an GOTT, unseren himmlischen Vater; wir aber bleiben bewahrt vor Eitelkeit und Hochmut, die sich allzu flink aufgrund übermittelter Wertschätzung einstellen!

So der Dank nicht empfunden wird, brauchen wir als Gebende auch keinen Groll zu hegen: „Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn. Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn.“ (Mt 10,24 f.)

„Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14) kann auch so gelesen werden: Der Welt seid Ihr das Licht. - Leuchten wir also, strahlen wir im Stillen die Seligkeit derjenigen, die sich Kinder GOTTES wissen!

Sich selbst zurücknehmen, GOTT wirken lassen, schweigend dasjenige ausstrahlen, was uns durch SEINE Gnade geschenkt wird: die Würde, die darin besteht, „Ebenbild“ des Vaters, des Höchsten (vgl. Gen 1,27), „erwählte Freunde“ Jesu Christi (vgl. Joh 15,15 f.), sowie „Tempel“ des Heiligen Geistes (vgl. 1 Kor 3,16 f.) zu sein.

GOTT wirkt im Stillen, im Verborgenen, auch während ER uns als ‚Wirkzeug’ gebraucht; keineswegs, indem wir lautstark tönen...

GOTT allein

Vertrauter
Bruder
Freund
Lehrer
Retter
Richter

Weg
Wahrheit
Leben

Vater
Schutz
Spender aller Güter

Beistand
Geleit
Trost

Liebender
Geliebter
König

Mut zu Disziplin und Gehorsam

HERR und GOTT

17.9.25

GOTT hört immer zu

Kein Mensch hört so gut zu wie DU,
HERR und GOTT.

Höchst sonderbar ist das menschliche Gebaren:
Ein jeder möchte reden, am liebsten ohne Innezuhalten,
erwartet, dass ihm zugehört werde,
fordert dieses sogar ein,
durch Zunahme an Lautstärke,
durch Unterlassen von Pausen...

Antwort des Gegenübers,
ein auf das Gesagte Eingehen,
ist nicht ernsthaft erwünscht:
Hauptsache, dass man selbst reden,
ununterbrochen, ohne Zurückhaltung,
sich Luft machen kann!

GOTT wiederum ist der beste aller Zuhörer.

So sollte es eigentlich alle Redewütigen zu IHM hinziehen.

Doch bleiben die Kirchen leer,
die Gebetsgruppen spärlich besucht.

Das ist doch paradox!

16.9.25

Weg, Wahrheit, Leben

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh 14,6)


Jesus Christus - der Weg:
In der Nachfolge, einem Prozess des sich Einübens in das Handeln Jesu, erfahren wir die Liebe des Vaters durch unsere Liebe am Nächsten; indem wir Jesus im Nächsten sehen, zugleich SEIN Handeln als Richtschnur für das eigene Handeln nehmen. Unseren je eigenen Weg gehen, angeleitet, geführt und bestimmt vom Wunsch konkreter Nachfolge.

Jesus Christus - die Wahrheit:
Die Lektüre der heiligen Schrift, das wache Hören des vom Ambo verkündigten Wortes, die Lectio Divina machen uns mit der Offenbarung vertraut: so wirkt das Wort, der Logos, Wahrheit in uns, wird Wahrheit für unser Leben.

Jesus Christus - das Leben:
Die Sakramente, Taufe, Kommunion, Vergebung... : sie schenken uns das ewige Leben.

Diese drei greifen ineinander, sind unzertrennlich. Nur die Schrift zu studieren, Nachfolge und Sakramente außer Acht lassen geht mit Kälte einher; getauft sein, zur Kommunion gehen, aber das Wort als Wahrheit und Weisung für das eigene Handeln nicht annehmen birgt die Gefahr des sich selbst Erhöhens, des Hochmuts; solidarisch handeln, altruistisch sein, aber weder Jesus Christus noch SEIN Erlösungsopfer anerkennen führt einst in die Trostlosigkeit und Isolation des auf sich selbst zurückgeworfenen Menschen.

Es bedarf aller drei; losgelöst, auch nur von einem der beiden anderen, bleibt der Weg zum Vater verhindert.


Und ist nicht diese Dreiheit wiederum ein Hinweis auf die eine göttliche
Heilige Dreifaltigkeit?

Der Vater offenbart sich in den Sakramenten und durch sie, ER ist das Leben.
Das Wort, die Wahrheit, wird verständlich durch die Eingebungen des Heiligen Geistes.
Der Weg stellt unser tägliches Unterwegssein dar, als Menschen unter Menschen - Ausdruck der wahren Menschlichkeit Jesu.

Wiederum ist das Wort, der fleischgewordene Logos, der Sohn.
Der Weg wird gottdurchwirkt, sobald vom Heiligen Geist inspiriert.

Noch einmal anders: das Wort gibt Kunde vom Vater, macht IHN damit erkennbar.
Die Sakramente können nur demjenigen Heil bringen, der kraft des Heiligen Geistes an sie glaubt.

Und schließlich, aber ebenso gültig: Der Sohn ist der Leib, den wir in der heiligen Kommunion empfangen. Der Vater schuf uns, so dass wir in unserem leiblichen Körper im Leben unterwegs sein können.

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Diese drei - Weg, Wahrheit und Leben - sind eins: das Tor zum Vater.


14.9.25

Appell an die Gemeinden der dt. Diaspora

 Appell an Gemeinden in der Diaspora, in denen die Sorge um künftig wegfallende Eucharistiefeiern besteht:

+ Gelobt sei Jesus Christus!

Vor zwei Wochen wurde hier nach der Heiligen Messe die Bitte vorgetragen, Ideen zu äußern, wie wir der Situation möglicherweise wegfallender Eucharistiefeiern begegnen wollen. „Mit vereinten Kräften schaffen wir das“, so lautete der ermutigende Aufruf.

Ich lade Euch und Sie also zu den beinahe täglich stattfindenden Gebetsangeboten hier in St Norbert ein: vereinen wir uns im Gebet! Vertrauen wir auf unseren HERRN Jesus Christus, der verspricht: „Dann wird Euch der Vater alles geben, um was Ihr in meinem Namen bittet.“ (Joh 15,16)

Von Ninive aus dem Buch Jona wissen wir, dass GOTT das drohende Unheil abwandte, nachdem sich die ganze Stadt zu IHM bekehrt hatte. Um wieviel mehr wird GOTT sich unser annehmen, die wir Dank und mit Jesus Christus in den Stand der Gotteskindschaft erhoben sind! Unser himmlischer Vater wird unsere Bitten erhören, ER läßt uns nicht allein. Erst recht nicht in einer - dem Anschein nach - aussichtslosen Lage.

Noch einmal schlage ich vor: vereinen wir uns in Fasten und Gebet, wie die ersten Christen zur Zeit der Apostelgeschichte; erflehen wir den Beistand, GOTTES Hilfe, SEINE Weisung, was zu tun und was zu unterlassen ist!

Der Psalmist betet: „Vertraut ihm, Volk, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht.“ (Ps 62,9) Hinzufügend möchte ich wiederholen, wozu wir uns heute bereits gemeinsam bekannt haben:

Ich glaube an GOTT, den Allmächtigen.

12.9.25

'Heiliger' Zorn?

" Heiliger Zorn "?

Zorn bleibt ein Laster, verursacht immer Trennung,
Zwietracht, Übel.

Für eine gute Sache einzutreten schließt Zorn per definitionem aus:
Zorn und 'gut' widersprechen einander.
Wer in dieselbe Bresche, denselben Ton anschlägt wie das wütend schimpfende Gegenüber,
zugleich aber behauptet, für das friedvolle Reich GOTTES einzutreten,
der macht sich unglaubwürdig.

"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." (Mt 7,16)

und:

"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede,
Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue,
Sanftmut und Enthaltsamkeit. [...]
Die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch
und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.
Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!" (Gal 5,22-25)

"Die Furcht des Herrn vertreibt Sünden,
wo sie bleibt, wird sie allen Zorn abwenden."
(Sir 1,21)

immer erreichbar sein?

Vorbild sein oder Nachfolge?

Wer viele Talente geschenkt erhielt,
gerät leicht in Irritation über die Diskrepanz zu seinen Mitmenschen.
Die Neigung zur Unterstellung, etwas sei offensichtlich,
verursacht Unbehagen, mitunter Missmut.

Doch anderen Menschen wurden andere Stärken gegeben.
Selten fügen sich diese mit den eigenen zur Harmonie.

Solch empfundenem Mangel kann die Absicht erwachsen
als Vorbild zu fungieren:

" Mit gutem Beispiel vorangehen! "

Daran können sich andere dann orientieren -
das gute, rechte, nötige Tun auch vollbringen.

Das allerdings birgt eine große Gefahr in sich:
der Eitelkeit zu verfallen, dem sich GOTT Wähnen.

*

Oh, HERR, behüte mich davor, immer erreichbar sein zu wollen!

9.9.25

Jesu Herz

Man stelle sich den persönlich am nächsten stehenden Menschen vor -
das eigene Kind, den Partner, die beste Freundin...; einerlei wer -
und denke sich diesen leidend.

Leidet man etwa nicht mit?
Wünschte sich, man könnte den Schmerz von dem Liebsten nehmen,
wenigstens verringern?

Man spürt diesen Schmerz im Herzen, als Stich, als körperliches Leiden.

*

Nun stelle man sich vor,
dieses leidende Herz sei dasjenige GOTTES, Jesu Herz.

Jeder auf der Welt erstehende Schmerz wird von DIR,
HERR Jesus Christus,
empfunden, durch DEIN unbegrenztes Herz.

*

Was können wir tun, um dieses, DEIN Leiden zu lindern?

i. kein neues hinzufügen

ii. bemüht sein, bestehende Zerwürfnisse zu beenden,
Friedfertigkeit zu üben, Streit zu schlichten, Versöhnung zu ermöglichen

iii. DICH lieben in hingebungsvoller Anbetung

4.9.25

sich schenken ohne Berechnung

" Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein.
Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten;
es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten. " (Lk 14,13 f.)

Arme : Menschen ohne Fähigkeit Dank zu empfinden

Verkrüppelte : Menschen mit gebrochenen Herzen

Lahme : Menschen mangelnder Heiterkeit

Blinde : Menschen mangelnder Einsicht

...

Menschen, denen es an Freundlichkeit, Güte, Milde gebricht:
das sind Arme/Verkrüppelte/Lahme/Blinde.

" ... sie haben nichts, um es dir zu vergelten ",
heißt, dass ihnen dieser Mangel an Reaktion nicht übel genommen werden darf;
es fehlt diesen Menschen an Fähigkeit.

Somit gilt, dass wer sich selbst an solche verschenkt,
wohl wissend, dass kein Dank zurückkehren wird;

wer dem 'unverbesserlichen' Griesgram immer wieder freundlich, heiter, fröhlich begegnet,
der darf sich selig wissen :

dies ist gelebte Nachfolge Christi!

" Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst... "
deutet auf die Fülle des Schenkens hin:
Mittag-/Abendessen sind üblicherweise opulent, umfangreicher als Zwischenmahlzeiten;

also sei das sich dem Nächsten Schenken -
ohne Zurückhaltung, ohne Berechnung.

Selbstverleugnung

" Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. " (Lk 9,23)

Das Wehklagen über die eigene missglückte Kindheit,
über eine sündhafte Vergangenheit,
das absichtliche immer wieder Aufreißen alter Wunden,
ein sich selbst Gefallen, sich Baden im Erleben der eigenen Erbärmlichkeit...

Den Wunsch, über eigene Belange befragt zu werden,
empfundene Freude mit anderen zu teilen,
Interesse seiner Nächsten am eigenen Leben zu spüren...

all dies ablegen, um dem Anderen mehr Raum zu geben!
DICH, HERR Jesus Christus, im Anderen wissen;
DICH, HERR und GOTT, mehr lieben als die eigenen Wünsche:

auch das ist Selbstverleugnung mit Absicht der Nachfolge Christi.

Erkenntnis verpflichtet zu Nachfolge

" Warum nur ist die Welt so ver-rückt?!
Warum sind die Menschen so unfreundlich,
unzuverlässig, nachlässig, gleichgültig, ich-bezogen...? "

Ein sich Einrichten im Selbstmitleid ist
KEINE Option!

Wem viele Stärken eingegeben wurden,
dazu zählt bereits die Fähigkeit oben genannte Missverhältnisse zu erkennen,
dessen rechtes Handeln wird erwartet:

" Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden,
und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen. " (Lk 12,48b)