Chalice

Chalice
chalice (hmp)

22.3.26

das rohe Holz

Was erwarten wir denn vom Kreuztragen?

Wenn wir bar jeder Verklärung das Kreuz betrachten, das Jesus aufgeladen worden war: es kann sich nur um ungeschliffenes, grob-rauhes Holz gehandelt haben! Sicherlich fern eines mit Sandpapier weich geschmirgelten Balkens... Leicht zersplitternd. 

Wenn DU fällst, HERR, oder auch nur der Balken sich verschiebt auf DEINEN Schultern, in DEINEN Händen: so treiben sich diese Splitter unter DEINE Haut.

Das sollten wir erinnern, wenn wir unser eigenes Kreuz beklagen...

Streitkultur

Wenn wir es verstünden, bei Meinungsverschiedenheit unser Gegenüber als Träger einer anderen Überzeugung im Blick zu behalten, es wäre friedvoller unter uns!

Dann hinterfragten wir bloß die Idee / Meinung des anderen, nicht seine Person. Nur auf solche Weise bedeutet zu streiten Kultur.

Umsicht - Klarsicht - Weitsicht

Wie gut es ist, dass wir nach außen und nach innen blicken können. Nach außen: um uns her, neben das Eigene, über es hinaus; in den Himmel - sehnend -, ins Antlitz unserer Nächsten: liebend.

Umsicht beginnt bei dem Eigenen, wendet sich aber bald dem Anderen, sogar dem Fremden zu.

Klarsicht hilft, zu erkennen, welcher Gestalt das Naheliegende tatsächlich ist. Das Gegebene annehmen setzt die Wahrnehmung der Wirklichkeit voraus. Projektion und Klarsicht schließen einander aus.

Weitsicht: Heute säen, auch wenn wir nicht wissen, ob die Saat aufgehen, ob sie Frucht bringen wird. Heute schenken, denn wir wissen nicht, was morgen sein wird, kennen nicht einmal den Verlauf des aktuellen Tages.

Am Ende zählt, wie schon mehrfach ausgesprochen: Treue.

16.3.26

die heiligen Fasten: eine Freudenzeit

Das Ziel der Quadragesima, der Heiligen Fasten, ist Ostern. Das dürfen wir immer wieder erinnern! Denn ohne dieses Ziel blieben die Wochen eitel. Ostern aber ist die Überwindung von Kreuz, der Sieg über den Tod. So sind die 40 Tage Verzicht Freudenzeit, ein sich Einüben in den Jubel der Auferstehung.

Und vielleicht gilt das für jede Form der religiösen Disziplin, jede Askese: dass sie in Freude getan werde, und in Liebe zu unserem HERRN.

Die Fastenwochen schenken die Süße der Freiheit: des Verzichtens. Ist überhaupt eine größere Auslebung von Freiheit möglich, als wenn der Mensch Verzicht übt? Am Ende auf sich selbst, auf das eigene Leben.

Und wenn ich auf Ärger, Wut, Rechthabenwollen verzichte, statt ihrer Freude, Lebendigkeit, Gleichmut wähle, so bleibe ich im Lichte GOTTES; der Blick auf Jesus Christus gerichtet.