Chalice

Chalice
chalice (hmp)

31.12.25

Gebet zum neuen Jahr

"Geleite, HERR,
geleite DEINE Kirche -

geleite DEINE Kirche
durch diese kalte Zeit -

in dieser kalten Zeit
lass DEINER Kirche, HERR,

lass DEINER Kirche
Heilung widerfahren;

Heilung schenke, HERR und GOTT,
der Braut DEINES Sohnes;

Christi, DEINES Sohnes, Braut -
mit Anbeginn des neuen Jahres -

sei Anbeginn einer neuen Zeit.
HERR: mach uns heil;

amen."

30.12.25

HERR, gib mir Kraft

Mein HERR und mein GOTT, ich vertraue DEINER Weisheit und Güte; ich weiß, dass es DEIN Wille ist, dass mir - wie jedem weiteren DEINER Kinder - Heil und Segen widerfahre. Ich vertraue auf die Wahrheit dieser Einsicht, selbst dort, wo ich nicht begreifen kann...

DEIN Wille, HERR, ist, dass ich bin und dass ich hier bin, wohin DU mich berufen hast. Der Welt Bedrängnisse, tiefer Kummer: ich nehme sie an; trage sie in der Gewissheit, dass DU mir die Kraft dazu geben wirst.

Bitte, HERR himmlischer Vater, gib mir denn auch immerzu die dafür nötige Kraft, schenke mir die Tugend der Beharrlichkeit. Bitte, HERR Heiliger Geist, wandle mich.

"Wir haben den Heiligen Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht."

Mach mich also schweigend staunen und staunend schweigen - dem Kinde gleich -, vor allem dann, wenn alles in mir klagt, entmutigt verzagen will; amen.

29.12.25

frei von Besitz

Es ist wahr: Besitz besetzt. Von vielerlei Dingen umgeben fällt das für DICH Da-Sein, das einzig DIR Leben schwer. Fortwährend beanspruchen die Gegenstände unsere Aufmerksamkeit, ziehen sie ab von der stillen Betrachtung und Anbetung DEINER. Besitzlos indessen verbleibt der Geist gesammelt: in DIR.

"Bei Gott allein wird ruhig meine Seele, von ihm kommt mir Rettung." (Ps 62,2)

DU allein weißt, wessen ich bedarf; immer gibst DU "zur rechten Zeit" (Ps 145,15). So fliehen hin Besitzenwollen wie Bedürfnis.

das Heilige vor die Hunde

Das Kind schweigt, wenn es staunt. Das Lamm schweigt angesichts seiner Scherer (vgl. Jes 53,7). Die Größe GOTTES offenbart sich im "sanften, leisen Säuseln" (1 Kön 19, 12). GOTT tritt in die Welt, indem ER sich als Säugling gebären lässt. Jesus Christus lebt inmitten der Welt, im Tabernakel einer jeden römisch-katholischen Kirche. ER gibt sich preis bei jeder Ausspendung der Heiligen Kommunion.

Immer wieder zeigt sich, wie wirkmächtig Stille, Schweigen, das Unscheinbare, Ohnmächtige sind. Dabei wird die Welt zunehmend lauter. Unsere Gottesdienste werden entweiht: da rennen Kinder unentwegt in der Kirche umher; zu spät erschienene Erwachsene mitten hinein in die Worte des Hochgebets; da gehen die 'Gläubigen' Kaugummi kauend zum Altar, um die Hostie zu empfangen; da liegt am Boden vor dem Tabernakel der Leib Christi - dem Ziborium entfallen, weil allzu achtlos auf- und abgeschlossen wird. Abgeschlossen in mehrfacher Wortbedeutung.

Und darf man es ansprechen? Nein; denn die Verantwortlichen rümpfen die Nase, schimpfen mich "exaltiert", überheblich gar.

Ja, es erregt mich; und GOTT helfe mir, dass dem immerfort so bleibe! Gleichwohl kann ich nichts tun, als im Schweigen, im Dulden mich zu üben. Denn DU bist der eigentlich Leidtragende, ich nur eine Wahrnehmende. Oh, wie sehr tut es weh, DICH so achtlos, gleichgültig, so bar jeder Ehrfurcht, jeder Anbetung zu erleben!

"Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor,
denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen!" (Mt 7,6)

Genauso ist es, nur dass es sich nicht um "unsere Perlen" handelt, sondern um DICH, HERR und GOTT, der "mit Füßen zertreten" wird.

Hat sich denn gar nichts geändert seit Golgotha?

23.12.25

das Kind schweigt : ob der Größe GOTTES

GOTT will Mensch werden. GOTT ist Mensch geworden. GOTT ist Kind geworden!

Und wir? Wir erleben die Wirk-lichkeit und Tiefe der Weihnacht, wenn auch wir es zulassen, Kind zu werden.

Das naheliegende, womöglich einzig authentische Ausleben dieses Kindseins ist schweigendes Staunen. Wer wird wie "die Kinder" (vgl. Mt 18,3), der vermag zu schweigen angesichts der Größe GOTTES. Wer immerzu erklärend reden und sein Bescheidwissen bekanntmachen will, der lebt entzaubert.

 
HERR, schenke mir die Gnade,
die Heilige Nacht
und DEINES Sohnes Geburt
zu feiern wie ein Kind.

20.12.25

Heimat (- losigkeit)

Heimat: Mancher findet sie im Verstrichenen. Gedenken, stetig wiederholtes Aufwärmen dessen, was (vermeintlich) erinnert, meistens aber - zum Guten wie zum Üblen hin - verklärt wird.

Mancher findet sie in Zukünftigem, zumindest darin, was für das Kommende erhofft und erträumt wird.

Mancher sagt, sie sei nur dort, wo man das Gegenwärtige aktiv nutze, also handle.

Für uns, die wir uns auf Jesus Christus berufen, SEINEN Namen tragen, kann Heimat nur in der Heimatlosigkeit bestehen. Das immerfort unterwegs Sein hält uns heimatlos an allen Orten. Auch in unseren gedanklichen Welten bleiben wir Gast.

So finden wir Heimat nur in einem, in DIR, HERR und GOTT; unsere Heimatlosigkeit endet, wo wir in DIR sind und DU in uns.

1.12.25

Freud und Leid

Freude wird uns geschenkt: Wir nehmen sie an, geradezu 'hin'. Oftmals ohne Wertschätzung, in mangelhafter Dankbarkeit: Wer hinterfragt das eigene Wohlsein und Wohlfühlen? Freude ist sich selbst Zweck und Sinn gebend. Dem geht kaum jemand auf den Grund, zweifelt womöglich die Rechtmäßigkeit des Geschenks an.

Leiden / Schmerz hingegen vermögen wir erst dann anzunehmen - ein Hinnehmen erübrigt sich -, sobald und indem wir ihm einen weiter reichenden Sinn zusprechen. Alles in uns sperrt sich zunächst gegen diese Erfahrung.

Und doch sind es diese Letzteren, die uns mit DIR in innigste Verbindung bringen. Leiden und dabei DICH leiden sehen; Schmerz ertragen, zugleich um DEINE übergroßen Schmerzen wissen: das lindert die eigene Not, macht Herzen und Geist weit, um dankbar zu werden für das Geschenk des Ungemachs.